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Außenpräsentation Einfach und effektvoll

Heidrun Mittler, Sonja Plachetta | 03. November 1999

Mit Außenpräsentationen erweitern Händler ihre Verkaufsfläche und bieten ihren Kunden einen zusätzlichen Anreiz , um in den Laden zu kommen.

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Sobald die Temperaturen steigen, können Händler an eine Präsentation außerhalb des Marktes denken. Ein Aufbau beispielsweise von Beet- und Balkonpflanzen vor dem Haupteingang ist ein Hingucker und lockt Kunden ins Geschäft. Außerdem gewinnt man so zusätzliche Fläche – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn eine große Fuhre angeliefert wird.

Stefan Zizek, Marktmanager im Rewe-Markt Frankfurt-Bornheim, einem einstigen Straßenbahndepot, hat erwiesenermaßen „ein Händchen“ für das Geschäft mit Blumen und Pflanzen. Sobald es die Witterung zulässt, zieht es ihn ins Freie. Er kümmert sich oft selbst um den Außenaufbau und präsentiert sogar Sträucher und kleine Bäume (die dann zum Kunden geliefert werden). Der Praktiker – der mit seinem Team 2011 den Titel „Supermarkt des Jahres“ errungen hat – weiß aus Erfahrung: Man sollte nur unempfindliche Ware draußen platzieren! Frischeartikel, die in die Kühlung gehören, sind ungeeignet. Das hätte zur Folge, dass man Kühltruhen vor die Türe stellen müsste, die Strom brauchen. Zizek arbeitet möglichst effektiv: Die Ware wird morgens draußen platziert und drinnen an den Kassen kassiert. Dann stimmt auch das Warenwirtschaftssystem. Abends wird die nicht verkaufte Ware wieder eingeräumt – deshalb sollte man mit Augenmaß an die Sache heran gehen und keine riesigen Mengen ins Freie befördern.

Zeit für das Rein- und Rausfahren der Ware brauchen die Mitarbeiter im Edeka-Markt von Sven Komp in Wesel-Lackhausen nicht aufzuwenden. „Wir haben mit der Firma Wanzl die erste Außengarage in Nordrhein-Westfalen installiert – ein umgebautes Einkaufswagenhäuschen mit Rolltoren“, erzählt Sven Komp. Die Rollläden fahren morgens elektrisch hoch und abends wieder herunter. Tagsüber gibt es nur Arbeit, wenn etwas aufgefüllt werden muss. Insgesamt kann Komp 16 Euro-Paletten draußen stellen, daher mehr Ware bestellen und sie besser präsentieren. „Im Winter kann ich Streusalz bevorraten und bin Sieger in Sachen Warenverfügbarkeit, im Sommer kann ich mehr Sortiment zeigen“, sagt Komp. So bietet er seinen Kunden viele Sorten Grillkohle an, was er ohne Außenpräsentation nicht könnte. Obwohl er eine Kamera installiert hat, ist ihm das Risiko bewusst, dass bei Außenpräsentationen schwer zu kontrollieren ist, ob jemand stiehlt. Stichprobenartig werde einma l monatlich überprüft, ob es eine große Fehlmenge gibt. So dies einmal der Fall war, wurde der Täter mittels Kameraauswertung schnell entlarvt.

Probleme mit Diebstahl hatte Dietmar Tönnies bisher nicht. Die Ware – Blumen, Blumentöpfe und -erde oder Grillkohle – vor seinem Rewe-Markt in Odenthal bleibt über Nacht draußen und wird mit einem Bauzaun gesichert. Auf 200 qm können seine Kunden schon vor dem Markt zugreifen. Damit erweitert er die Verkaufsfläche seines 800-qm-Geschäfts um ein ganzes Viertel. In der Regel bezahlen die Kunden drinnen an der Kasse. Nur im Sommer hat manchmal ein Mitarbeiter, der sich ohnehin um die Blumen kümmert, eine Bauchtasche um und kassiert direkt vor dem Markt. Außer einer guten Warenfülle und einer ordentlichen Preisauszeichnung ist es Tönnies besonders wichtig, dass die Außenpräsentationen schön aussehen.

Das gelingt nicht jedem. Manche Händler verzichten genau deshalb auf Ware vor dem Laden, weil ihnen solche Präsentationen zu ungepflegt erscheinen. Doch selbst attraktive Aufbauten wecken nicht immer die gewünschte Aufmerksamkeit. „Die Kunden registrieren Außenpräsentationen nicht mehr, weil sie erst im Laden über den Kaufablauf entscheiden“, hat Martina Homberg-Budnik von Rewe Homberg & Budnik in Dortmund beobachtet. Besser kämen Events an wie die „American Beef Party“, die für Ende Juni geplant ist. Kunden sollen Lust bekommen, sich auch zuhause mal ein amerikanisches Steak zu grillen.

Christian Kanders, Marktleiter bei Edeka Hundrieser in Essen-Haarzopf, hält Außenpräsentationen dagegen für ein sehr gutes Mittel, um Frequenz zu schaffen. „Wir beobachten oft Impulskäufe“, sagt er.

Generell gilt: Alle Vorschriften, die im Markt gelten, sind auch vor der Tür umzusetzen. Das betrifft die Hygiene-Richtlinien, alle Aspekte der Qualitätssicherung, die Maßnahmen zur Unfallverhütung oder die Regeln zur Preisauszeichnung. Wenn man noch den gesunden Menschenverstand einschaltet, kann nichts schiefgehen: Wer allerdings seine Mitarbeiter bei Wind und Wetter in die Kälte schickt, muss sich nicht wundern, wenn es Ärger mit dem Betriebsrat gibt. Oder aber, dass das Personal zwei Tage später mit Erkältung zuhause bleibt.

Kompliziert wird die Angelegenheit, wenn man eine Veranstaltung draußen plant, etwa ein Sommerfest. Getränke ausschenken darf man nur mit einer Schanklizenz. Wird Alkohol angeboten? Das könnte im schlimmsten Fall zu Ruhestörung, Randale und Ärger mit den Nachbarn führen? Ist der Grill richtig abgesichert, sodass sich kein Kind daran die Finger verbrennt? Die Planung solcher Events ist umfangreich und mühevoll. Dagegen mutet eine Außenpräsentation von Wassermelonen als Kinderspiel an.?

Checkliste
  • Versperrt die Präsentation den Zugang zum Markt oder gar die Fluchtwege? Wenn ja, unbedingt ändern!
  •  Blockiert die Präsentation Parkplätze? Wenn ja, sind noch ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden?
  •  Falls die Präsentation auf öffentlicher Fläche erfolgt (z.B. Fußgängerzone), muss eine Genehmigung beim Ordnungsamt beantragt werden.
  • Sind die äußeren Bedingungen angemessen für eine Außenpräsentation? Nicht zu kalt, zu heiß, zu nass, zu windig?
  • Falls geeignete Wetterbedingungen vorliegen: Ein großer Sonnenschirm oder eine Markise schützen gegen Sonne und signalisieren Wochenmarkt-Atmosphäre.
  • Nur unempfindliche Ware draußen platzieren, wie Beet- oder Balkonpflanzen, Grillkohle, Wassermelonen, Kürbisse, Ananas, Streusalz usw
  • Keine kühlbedürftigen oder schnell verderblichen Lebensmittel für die Außenpräsentation!
  • Wird die Ware draußen platziert und auch dort bezahlt? Dann braucht man eine Kasse und Strom.
  • Stolperfallen vermeiden: Stromkabel, Paletten etc. wegräumen!
  • Ware nicht auf den Boden stellen, sondern auf Tische oder Kisten! So hoch stellen, dass Tiere wie Katzen und Hunde nichts beschädigen können.
  • Preisauszeichnung und weitere Kennzeichnungs-Vorschriften beachten!
Bildquelle: Presseteam Kämper, Sven Komp