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Giga-Liner Neue Dimension

Udo Mett | 09. Februar 2012
Giga-Liner: Neue Dimension

Bildquelle: Krone Fahrzeugbau

Der Lang-Lkw sorgt nicht nur in Berlin für politischen Disput. Ob der „Giga-Liner“ langfristig Chancen hat, soll der jetzt begonnene Feldversuch zeigen.

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Gut drei Viertel des gesamten Gütertransportaufkommens in Deutschland entfallen auf die Straße. Mit 3,4 Mrd. t überstieg dieses Volumen 2011 den Vorjahreswert um fast 8 Prozent. Die Frachtmenge der Bahn beträgt dagegen gerade einmal ein Zehntel dieser Menge.

Um das zu erwartende weitere Wachstum des Straßen-Frachtverkehrs in Zukunft besser bewältigen zu können, hat die Bundesregierung im vergangenen November eine Ausnahmeverordnung für den Lang-Lkw beschlossen und damit den Weg frei gemacht für einen auf fünf Jahre angelegten Feldversuch, der formal zum 1. Januar 2012 begonnen hat. Bis die ersten 44-Tonner mit einer Gesamtlänge von 25,25 m im praktischen Betrieb sind, wird es aber voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern, da zwar schon einzelne Prototypen testweise im Einsatz waren, aber die serienmäßige Produktion erst mit dem Beschluss der Bundesregierung aufgenommen wurde. Der Lang-Lkw übersteigt mit einer Gesamtlänge von 22,25 m die bisher zugelassene maximale Lkw-Länge um 6,5 m. Die Fahrzeuge, geplant ist der Ausbau der Versuchsflotte auf bis zu 400 Lkw, dürfen ausschließlich auf einem vorgeschriebenen Straßennetz verkehren.

An dem Feldversuch nehmen jedoch nur die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen, Hessen und Bayern teil, mit Einschränkung Sachsen-Anhalt. Es sind primär Bundesländer mit SPD-Regierungen, die den Feldversuch ablehnen. Die Grünen im Bundestag begründen ihre Ablehnung damit, dass das Lkw-Konzept dem grundsätzlichen Ziel widerspreche, mehr Fracht auf die Schiene zu verlagern. Die beiden Oppositionsparteien haben angekündigt, gegen den Feldversuch Klage beim Bundesverfassungsgericht einzulegen. Sie sind der Ansicht, dass die Ausnahmeregelung der Zustimmung des Bundesrates bedurft hätte. Die Klageabsichten der Regierungsopposition kann der Handelsverband Deutschland (HDE) nicht nachvollziehen. Er befürwortet den Feldversuch, weil erst mit den dadurch gewonnenen Daten und Erfahrungen eine eindeutige Aussage pro oder contra Lang-Lkw möglich sei. Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) unterstützt den Feldversuch, schränkt aber ein, dass die mehr als 25 m langen Fahrzeuggespanne für den Kombinierten Verkehr weniger geeignet seien, weil sich die Gewichtskapazität nicht immer voll ausnutzen lasse.

Bild: Der Lang-Lkw: 44 t Gesamtgewicht, Ladevolumen bis zu 150 qbm bei einer Fahrzeuglänge von 25,25 m.