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Personal Bonus für die Helden

Heidrun Mittler | 18. Juni 2020
Personal: Bonus für die Helden
Bildquelle: Getty Images

Viele Arbeitgeber zeigen in der Corona-Krise ihre Wertschätzung. Die Angestellten erhalten Anerkennung durch nette Worte und Bonuszahlungen.

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In den letzten Wochen war das Arbeiten wirklich kein Zuckerschlecken. Viele Mitarbeiter auf der Fläche und in der Logistik haben Überstunden gebuckelt und sind an ihre Grenzen gestoßen. Wenigstens wurden sie – ebenso wie die Arbeitenden im Gesundheitswesen – in den Medien gefeiert und beklatscht.

Weniger öffentlichkeitswirksam, aber sehr willkommen, sind Anerkennungen, die sich direkt im Geldbeutel der Angestellten bemerkbar machen. In der Corona-Krise werden Sonderzahlungen für Beschäftigte bis zu einem Betrag von 1.500 Euro im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt.

Aldi Süd und Nord haben 20 Millionen Euro für Bonuszahlungen spendiert. Bei Aldi Süd erhalten Mitarbeiter aus Verkauf, Logistik und Verwaltung in den Regionalgesellschaften einen Warengutschein in Höhe von bis zu 250 Euro. Bei Aldi Nord bekommen alle tariflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Regionalverkaufsleitereinen einen Warengutschein im Wert von 250 Euro. Alle Auszubildenden erhalten zudem einen Warengutschein in Höhe von 100 Euro.

Lidl und Kaufland haben sich bei ihren 140.000 Mitarbeitern in den Filialen, in der Logistik sowie in den Fleischbetrieben mit einer Sonderzahlung von bis zu 250 Euro bedankt, in Form eines Warengutscheins.

Die Rewe Group hat Sonderzahlungen für die Mitarbeiter in den Märkten und der Logistik (Rewe und Penny) in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro verteilt. Die Boni werden auf die Mitarbeiterkarten der Angestellten gebucht.

Bei Tegut beinhaltete die Maiabrechnung für die Mitarbeiter in den Filialen, der Logistik sowie der Herzberger Bäckerei eine Prämie, insgesamt hat das Unternehmen sich das 1,3 Millionen Euro kosten lassen.

Der regionale Discounter Netto, Tochter des skandinavischen Unternehmens mit 350 Filialen in Deutschland, hat an Mitarbeiter in den Märkten und Lagern Warengutscheine in Höhe von 150 Euro ausgegeben. Verwaltungskräfte erhielten 50, Auszubildende 75 Euro.

Für die Globus-Gruppe antwortet Jochen Baab, Sprecher der Geschäftsführung bei Globus SB-Warenhaus: „Wir sind unfassbar stolz auf die Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was wir auch bereits zum Ausdruck gebracht und mit einer Prämie in Form eines Einkaufsgutscheins sowie zusätzlichen Urlaubstagen für alle unsere Mitarbeiter honoriert haben.“

Die Edeka-Zentrale macht keine Angaben zu Sonderprämien. Die selbstständigen Edeka-Kaufleute entscheiden ohnehin individuell über eventuelle Boni an ihre Teams.

Die Edeka-Tochter Netto hat für Unmut in Teilen der Belegschaft gesorgt. Der Discounter, der die Anfrage der Redaktion nicht beantwortet hat, belohnte seine Mitarbeiter mit einer Rabattkarte. Damit kann man im Discounter einkaufen und erhält einen Nachlass von 20 Prozent, bis zu einer Obergrenze von 600 Euro. Das entspricht einer maximalen Ersparnis von 120 Euro. Die Kritik, die in solcher und ähnlicher Form in den sozialen Medien geäußert wird: Erst einmal muss der Netto-Mitarbeiter 480 Euro ausgeben, um in den Genuss der maximalen Ersparnis zu kommen. „Das Geld muss man auch erst mal haben“, äußert ein Betroffener. „Bis auf Marktleiter sind alle Mitarbeiter an der Front nur Teilzeitkräfte oder geringfügig Beschäftigte. Viele sind froh, wenn sie alle Rechnungen bezahlen können. Da bleibt nicht viel übrig für ein ausgiebiges Lebensmittelshopping.“