Anzeige

Bünting Wieder Boden unter den Füßen

Dieter Druck | 21. Februar 2020
Bünting: Wieder Boden unter den Füßen
Bildquelle: Bünting

Bünting dreht den über Jahre andauernden Umsatzverlust wieder ins Positive. Neue City-Formate unter Combi sind in Oldenburg und Emden geplant. Tests für Lose-Verkauf bei Famila laufen.

Anzeige

Die Neuausrichtung bei der Bünting Unternehmensgruppe zeige Wirkung, lautet die Kernaussage des Vorstandsvorsitzenden Markus Buntz, bei der Vorlage der Bilanzzahlen 2018. Er verweist unter anderem auf das gesteigerte Betriebsergebnis von 15,6 Millionen Euro. „2018 ist für uns positiv verlaufen und dies hat sich 2019 fortgesetzt.“ In vergangenen Jahr sei beispielsweise die Flächenproduktivität der Verbrauchermärkte um 3,2 Prozent gestiegen. Ebenso sei der Abwärtstrend vergangener Jahre beim Gesamterlös gestoppt. 2019 habe der Konzernumsatz wieder zulegt.

2018 hat Bünting die Investitionen in seine Märkte um mehr als ein Drittel auf 24,1 Millionen Euro gesteigert. Das meiste Geld fließe in die Modernisierung der Standorte, wie beispielsweise den Ausbau von Serviceleistungen, Frische-Angebote, Salatbars und Sofortverzehr, sagt Buntz. In modernisierten Filialen verzeichne Bünting ein deutliches, teils prozentual zweistelliges Umsatzplus. Ebenso wurden die unterschiedliche Kassensysteme, nach den Übernahmen der Vergangenheit (Jibi, Coma, Minipreis) waren es drei, flächendeckend auf neuesten und einheitlichen Stand gebracht. Die Umstellung auf das Expansionsformat Combi werde in diesem Jahr komplett abgeschlossen. Daran sollen sich an ausgewählten Standorten Flächenerweiterungen und Neubauten anschließen. Die Verdichtung konzentriere sich zunächst weitgehend auf das Kerngebiet, sagt Buntz.

Derzeit umfasst das bereinigte Ladennetz 180 Combis und 20 Famila-Märkte. Noch in diesem Jahr soll in Oldenburg ein neuer Combi in Oldenburg eröffnen und 2021 einer in Emden. Die beiden Standorte sind geplant als neue City-Formate mit Verkaufsflächen zwischen 400 und 500 Quadratmetern. Damit reagiert Bünting unter anderem auf soziodemografische Bewegungen und damit zusammenhängende Veränderungen im Kaufverhalten, wie zum Beispiel der Trend zum wohnungsnahen Einkauf. In Oldenburg soll darüber hinaus auch der Automaten-Verkauf von circa 500 Artikeln rund um die Uhr erprobt werden. Das Angebot umfasst gekühlte und ungekühlte Produkte. Ebenso sind Tests für elektronische Preisetiketten sowie Self-Scanning und -Check-out auf verschieden großen Flächen und unterschiedlichen Standorten vorgesehen. Darüber hinaus wird in einem Famila-Markt der Verkauf unverpackter Bio-Waren wie Hülsenfrüchten, Nüssen, Reis, Nudeln getestet. Das Modul mit mehr als 140 Artikeln bestückt Bio-Lieferant Basic.

Eine stärkere Kundenbindung soll die im vergangenen November aufgelegte Kundenkarte bringen, für die sich bereits nach eigenen Angaben rund 40.000 Kunden haben registrieren lassen. Sie wird auch im Online-Geschäft der Leeraner ab dem Frühjahr zum Tragen kommen. Die Dynamik bei E-Food sei inzwischen auch in Deutschland spürbar. Mit Mytime sieht sich Bünting national (Mytime.de) wie regional (combi.de) gut aufgestellt und werde sich dabei auf wirtschaftlich sinnvolle Online-Aktivitäten konzentrieren.