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Kundenparkplätze High-Tech gegen Fremdparker

Elena Kuss | 17. Dezember 2019
Kundenparkplätze: High-Tech gegen Fremdparker
Bildquelle: Carsten Hoppen

Die Zeit, in der Märkte mithilfe externer Dienstleister den eigenen Kundenparkplatz kontrolliert haben, ist vorbei. Lidl und Aldi Nord messen die Zeit jetzt mit Bodensensoren. Gleich bleibt: Wer zu lange parkt, bekommt einen Strafzettel.

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Früher mussten Kunden eine Parkscheibe auslegen, damit externe Dienstleistern die Zeit im Blick behalten konnten. „An ausgewählten Standorten wie beispielsweise in Dresden, Essen oder Frankfurt ist eine Auslage der Parkscheibe für unsere Kunden nicht mehr notwendig, da ein neues System die Parkdauer mit Hilfe von Sensoren im Boden erfasst“, erklärt Lidl. Bei einer Überschreitung der Höchstparkdauer wird nun der externe Dienstleister automatisch informiert. Kontrollen vor Ort sind nicht mehr notwendig.

Aldi Nord setzt seit dem erfolgreichen Test 2018 in zwei Regionalgesellschaften auf Bodensensoren. „Die Zahl der Kundenbeschwerden sank an den Teststandorten auf null“, erklärt Aldi. Konkret funktioniert das System so: Sobald die in der Bodenfläche der Parkbucht installierten Sensoren ein abgestelltes Fahrzeug erkannt haben, beginnt die Zeiterfassung automatisch. Bei diesem Vorgang werden keine Kfz-Kennzeichen erfasst. Erst, wenn die Parkzeit überschritten wird, überprüft ein Servicemitarbeiter vor Ort. Der Mitarbeiter bringt eine Zahlungsaufforderung gut sichtbar am Fahrzeug an und notiert sich das Kennzeichen, zunächst ohne den Halter des Fahrzeugs zu ermitteln. Wird die Vertragsstrafe in der vorgegebenen Frist gezahlt, werden die Daten zum Vorgang gelöscht. Bezahlt der Fremdparker nicht binnen der Frist, ermittelt ein externer Dienstleister den Halter des Fahrzeugs beim Kraftfahrt-Bundesamt. Die Zahlungsaufforderung wird dann postalisch zugestellt und die Daten nach Zahlung der Vertragsstrafe gelöscht.

60 Minuten müssen reichen
Aber was ist zu lang? Für Lidl: alles, was 60 Minuten überschreitet. „Erfahrungsgemäß benötigen unsere Kunden deutlich weniger als eine Stunde, sodass die kostenlose Parkdauer ausreichend Zeit zum Einkaufen bietet. Über die freie Parkzeit hinaus gelten zusätzlich Karenzzeiten, sodass auch Ergänzungskäufe in nahegelegenen Einzelhandelseinrichtungen problemlos mit der Parkdauer vereinbar sind.“

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Wer sich nicht an diese Zeitangabe hält, muss bezahlen. Die Kosten sind bei Aldi Nord und Lidl je nach Stadt und Lage unterschiedlich. „Die Bearbeitungspauschale des externen Dienstleisters ist dem öffentlichen Verkehr angepasst“, kommentiert Lidl. Aldi ergänzt: „Da es in diesem Zusammenhang immer wieder zu Missverständnissen kommt, möchten wir betonen, dass kein Vergütungsanspruch unserer Dienstleister gegenüber Aldi Nord besteht – egal, welches System zum Einsatz kommt. Im Klartext heißt das: Wir verdienen kein Geld mit der Überwachung.“ Ziel sei es lediglich, den Kunden genügend Parkplätze zur Verfügung stellen zu können.