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Haltungskennzeichnung Rewe zieht nach

Sonja Plachetta | 10. August 2018
Haltungskennzeichnung: Rewe zieht nach

Bildquelle: Lidl, Aldi Süd

Die Discounter haben nach und nach Haltungskennzeichnungen für Fleischwaren eingeführt. Die Vollsortimenter haben unterschiedliche Pläne.

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Lidl, Netto, Kaufland und zuletzt auch Penny und Aldi haben bereits mit der Einführung einer vierstufigen Kennzeichnung von Fleischwaren begonnen, die auf den ersten Blick Auskunft über die Haltungsbedingungen der Schlachttiere geben soll. Rewe zieht nun nach. Noch in diesem Jahr soll bei sämtlichen Eigenmarken aus den Selbstbedienungsbereichen Frischfleisch und Geflügel eine Haltungskennzeichnung eingeführt werden, teilte ein Firmensprecher mit. Auch an den Frischfleischtheken soll über die Form der Aufzucht informiert werden. Dies könne wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten aber noch etwas dauern. Dass Rewe als Vollsortimenter länger für die Einführung einer Haltungskennzeichnung brauche als die Discounter, liege an den viel größeren Sortimenten und den komplexeren Strukturen im Unternehmen, betont man in Köln.

Edeka prüft unterdessen nach eigenen Angaben noch, „ob eine Umsetzung im Vollsortimentsgeschäft von den Kunden angenommen werden würde und auf welche Weise diese Informationen an der Bedientheke kommuniziert werden können“. Das Unternehmen verfolge das Ziel, den Anteil tierischer Produkte, bei denen Zucht, Haltung, Transport und Schlachtung der Nutztiere den wachsenden Anforderungen der Kunden gerecht werde, kontinuierlich auszubauen, betonte ein Sprecher. „Eine reine Ausweisung der Haltungsform zahlt jedoch nicht direkt auf eine Erhöhung des Tierwohls ein“, bemängelte er.

Real will bei dem Trend zu eigenen Tierschutz-Labeln des Handels nicht mitmachen. Befragungen hätten eindeutig ergeben, dass unterschiedliche Haltungskennzeichnungen für den Verbraucher schwer nachvollziehbar seien, erklärte das Handelsunternehmen. „Eine eindeutige Hilfe für den Kunden sehen wir nur in einer bundesweit gültigen gesetzlichen Regelung.“


Das könnte allerdings noch dauern. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) strebt aktuell an, dass das geplante staatliche „Tierwohllabel“ bis 2020/21 in die Supermärkte kommt. Bis dahin werden wohl die selbst gestrickten Kennzeichnungen der großen Handelsketten das Bild bestimmen.

Vorreiter war Lidl. Die Discount-Kette präsentierte im Februar ihr eigenes, vierstufiges System zur Kennzeichnung der Haltungsbedingungen, an dem sich alle anderen mehr oder weniger orientierten. Das Unternehmen hofft, dass die Verbraucher durch die Kennzeichnung verstärkt Produkte aus tiergerechterer Haltung kaufen. Erklärtes Ziel von Lidl ist es, dass bereits Anfang 2019 rund die Hälfte der Frischfleischprodukte mindestens der Stufe zwei entsprechen, den Tieren also mehr Platz und Beschäftigungsmaterial garantieren.