Ilse Aigner - BMELV:Praxisnaher Ratschlag

Bildquelle: Steffen Kugler / Bundesregierung

Ilse Aigner - BMELV Praxisnaher Ratschlag

Ministerin Aigner hat mal wieder den Handel im Visier: Damit weniger Lebensmittel weggeworfen werden, soll er Produkte auch nach Ablauf des MHD verkaufen.

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„Lebensmittel sind wertvoll – wir sollten sie mehr schätzten": Wer will Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), da nicht zustimmen. Nach einer BMELV-Umfrage werden in Deutschland jährlich 20 Mio. t Lebensmittel weggeworfen. Die Gründe: die Ware verdorben, das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, zu große Packungen gekauft, mangelnder Appetit. Ministerin Aigner hat auf der BMELV-Internetseite auch Ratschläge für die Bundesbürger parat: Einkauf und Mahlzeiten sorgfältig planen, regelmäßig Vorräte auf Haltbarkeit kontrollieren, Reste konsequent verwerten. Auch hier kann man der Ministerin nur zustimmen.

Doch dann wird es abenteuerlich: Ilse Aigner sieht den Einzelhandel in der Pflicht, schließlich rege dieser ja durch farbenfrohe Präsentation oder XXL-Vorteil-Packungen den Kunden zu unkontrolliertem Konsum an. Er solle doch die Produkte nach Ablauf der Haltbarkeit zu Sonderpreisen anbieten: „Häufig sind die Produkte noch völlig in Ordnung." Vielleicht weiß sie es nicht: Die Festlegung des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. Er garantiert quasi, dass das Lebensmittel bei sachgerechter Lagerung bis zu diesem Datum einwandfrei ist. Ist das MHD abgelaufen, geht diese Verantwortung auf den Inverkehrbringer über – den Handel. Doch wie soll er diese Aufgabe bewältigen können, die ein hohes Risiko beinhaltet? Das ist eine unlautere, nicht praktikable Risikoabwälzung. Da hätte die Ministerin doch lieber auf Initiativen wie Die Tafeln verweisen können, die der Handel seit Jahren unterstützt.

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Es ist angerichtet: Ministerin Ilse Aigner glänzt mit phantasievollen Vorschlägen, wie der Handel dazu beitragen kann, den Lebensmittel-Müllberg hierzulande zu reuzieren.