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Metro „Erlesene Welten“ nicht nur für Gastronomen

Martin Heiermann | 26. Juni 2018

Metro Deutschland hat sein neues Markt-Konzept vorgestellt. Frische Lebensmittel und Premium-Produkte stehen dabei im Vordergrund. Investitionen erfolgen aber auch in Belieferung und E-Commerce.

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Die nächste Generation der Metro-Märkte in Deutschland ist offiziell an den Start gegangen. Anfang Juni stellte das Unternehmen ein neues Konzept für seine Abholmärkte in Deutschland vor. Umgesetzt wurde die Neukonzeption auch im Metro-Markt in Düsseldorf, direkt neben der Konzernzentrale, wie in Märkten in Nürnberg, Krefeld, Essen oder Leipzig. Ziel war es, vor allem für die Kernzielgruppe des Cash-&-Carry-Händlers, die Gastronomen, das Angebot deutlich zu verbessern. So können diese Kunden beispielsweise einen separaten Ein- und Ausgang in den Markt nutzen.

Schon das deutet darauf hin, dass der neue Abholmarkt, der innerhalb von fünf Monaten bei laufendem Betrieb umgebaut wurde, vor allem auf die Bedürfnisse dieser Kernzielgruppe zugeschnitten ist. Auch deshalb steht unübersehbar das Food-Angebot im Mittelpunkt der neuen Konzeption. Es wurde quasi ein „Markt im Markt“ geschaffen, in dem alle relevanten Lebensmittel-Sortimente ihren Platz finden. Hier zeigen sich die Kompetenzen des Großhändlers im Bereich Frische mit Fleisch, Fisch sowie Obst und Gemüse. Aber auch die anderen Kategorien von Süßwaren über Wein bis zu Molkereiprodukten und Nährmitteln sind breit aufgestellt. „Wir haben uns für diese Aufteilung zwischen Nonfood- und Food-Produkten entschieden, um dem Einkaufsverhalten der Gastronomen stärker Rechnung zu tragen“, sagte Thomas Storck, CEO von Metro Deutschland. „Denn Lebensmittel kaufen die Gastonomen oft und regelmäßig ein. Nonfood-Artikel dagegen seltener und nur bei Bedarf.“ Deshalb wurden die Laufwege optimiert, Eingang und Kassenzone im Foodbereich geschaffen und die beiden Sortiments-Bereiche von einander getrennt, in unterschiedlichen Hallen.

Hundert Märkte

Metro Deutschland betreibt mit mehr als 14.000 Mitarbeitern 103 Cash- &-Carry-Märkte hierzulande und zählt rund vier Millionen Kunden. Das Unternehmen ist aber auch international in 25 Ländern mit rund 750 Märkten aktiv. Im Geschäftsjahr 2016/17 erwirtschaftete der Konzern einen Gesamtumsatz von rund 37 Milliarden Euro.

7 Tage, 24 Stunden
Gleichzeitig baut Metro seine digitalen Lösungen für die Gastronomie weiter aus und vernetzt nach eigenen Angaben das Kundenmanagement über alle Vertriebskanäle hinweg. „Durch diese strategische Ausrichtung stärken wir dauerhaft unsere Position als Gastronomie-Partner“, sagte Storck. Dem trägt das Unternehmen auch mit einer neuen Firmierung Rechnung: Künftig lautet der offizielle Name „Metro Deutschland GmbH“ statt wie bisher „Metro Cash & Carry Deutschland GmbH.“ Darin manifestiere sich der Wandel vom reinen Cash & Carry-Anbieter zu einem Großhändler, der für seine Kunden auf vielen Vertriebskanälen 24 Stunden, sieben Tage in der Woche erreichbar ist.

Zentrales Standbein der Metro in Deutschland aber bleibt das klassische Abholgeschäft. Deshalb erfolgen jetzt die Investitionen in die neuen Standorte. Um in den Märkten ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten, wurden beim Umbau des Metro-Marktes in Düsseldorf die Frischebereiche erweitert. Hier gibt es jetzt ein Plus von 600 Quadratmetern Fläche für die Frische und für die sogenannte Erlebnisinseln. Unter dem Titel „Erlesene Welten“ werden dort Premium-Produkte wie beispielsweise Tee, Kaffee, Olivenöle oder Schokolade angeboten. Insgesamt stehen in Düsseldorf 17.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. In den Regalen, Truhen und Displays werden rund 55.000 Artikel offeriert, wodurch insgesamt eine Produktzahl von 2,5 bis 3 Millionen Stück erreicht wird, berichtet der Geschäftsleiter des Düsseldorfer Marktes Michael Widmer.

Darüber hinaus sollen drei neue Metro-Eigenmarken „Metro-Chef, -Premium und -Professional“ allen Kundengruppen die für ihren Bedarf passenden Produkte anbieten. Auf speziellen Ausstellungsflächen finden die Gastronomen, Kioskbetreiber und andere Kunden zudem Trendprodukte und Innovationen.

Außerdem wurde das Angebot an Convenience-Artikeln in verschiedenen Zubereitungsstufen ausgebaut, so Widmer. Das Portfolio reicht von küchenfertigen Lebensmitteln wie geschältem Gemüse, bis hin zu verzehr- und tischfertigen Artikeln wie Eis und Gebäck.

Neue Expressbelieferung
Seit Längerem ist auch das Belieferungsgeschäft fester Bestandteil von Metro Deutschland. Bereits seit 2009 bietet der Händler einen Lieferservice an. 2014 führte das Großhandelsunternehmen das neue Konzept Food Service Distribution (FSD) ein, um so die Belieferung weiter zu professionalisieren. Durch FSD wurde die Zustellung als eigenständiges Geschäftsmodell etabliert, das Depot-Netzwerk zudem in den vergangenen Jahren weiter verstärkt. Als neuen Service testet Metro darüber hinaus momentan in Kooperation mit DHL eine Expressbelieferung, die „Same Day Express Delivery.“ Im Gebiet Düsseldorf und Neuss werden kurzfristige und außerplanmäßige Bestellungen zugestellt – zur Verfügung stehe den Kunden dabei derzeit das gesamte FSD-Sortiment. Jüngstes Angebot ist eine Horeca-Box, in der Gastronomen samstags noch kurzfristig bestellte Ware auch sonntags mittels eines Codes am Markt abholen können.

Um auch den Vertriebskanal E-Commerce zu stärken, digitalisiert der Großhändler kontinuierlich alle Kundenkontaktpunkte. Das soll mit einem Online-Bestellsystem, das den gesamten Onlineprozess übersichtlicher machen werde, beginnen. Weitere Schritte sind die Entwicklung einer App für das Kundenmanagement, in der alle wichtigen Daten erfasst werden, bis hin zu einer Driver-App für eine weitestgehend papierlose Abwicklung des Belieferungsprozesses. Außerdem kündigt Metro Deutschland in diesem Zusammenhang erneut an, seine Gastronomie-Kunden bei der Digitalisierung zu unterstützen. „Beispielsweise haben wir für tausende Gastronomen die Erstellung eines Onlineauftritts ermöglicht“, berichtet Thomas Storck.