Rewe Group:„Die Märkte stärken“

Bildquelle: Peter Eilers

Rewe Group „Die Märkte stärken“

Erfolgreich verliefen die Geschäfte der Rewe im vergangenen Jahr. Damit das so bleibt, investiert der Handelskonzern in die Digitalisierung.

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Einen Rekord hat das vergangene Geschäftsjahr für uns gebracht“, freute sich Rewe-Chef Lionel Souque bei der Vorstellung der Zahlen des Jahres 2017. Er verwies auf einen Umsatzzuwachs von 3,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. 2016 hatte das Unternehmen zwar auch zugelegt, aber damals waren es nur zwei Milliarden Euro gewesen. Doch nicht nur dieser Erfolg machte das vergangene Geschäftsjahr in den Augen des Rewe-CEO außergewöhnlich. Auch die Übernahme der 64 Kaiser’s Tengelmann-Märkte, ein Großteil davon in Berlin sowie die Gründung der Supermärkte Nord Vertriebs Gesellschaft, die das Umsatzvolumen von 164 Sky Filialen einbrachte, hätten dazu beigetragen. Insgesamt belaufen sich nach seinen Worten beide Transaktionen auf ein Volumen von deutlich über einer Milliarde Euro.

Der Gesamtumsatz der Rewe Group – also einschließlich der Unternehmen, die nicht von der Rewe beherrscht werden, beispielsweise der selbstständigen Kaufleute – wuchs im vergangenen Jahr von 54,1 Milliarden Euro um 6,7 Prozent auf 57,8 Milliarden Euro. In Deutschland verzeichnete die Gruppe ein Umsatzplus von 7,1 Prozent, im Ausland um 5,7 Prozent. Er sei sehr zufrieden, dass Rewe erneut das stärkste Wachstum beim Umsatz in der Supermarkt-Branche verzeichnen könne, meinte Souque. Auch die Rewe-Partnerkaufleute legten deutlich zu. Sie erzielten ein Umsatzplus von8,5 Prozent. Ursache für den Erfolg sei eine verbesserte Preispositionierung, die Stärkung regionaler und lokaler Produkte sowie von Convenience- und Bio-Angeboten und Eigenmarken. Auch der Discounter Penny konnte seinen Umsatz im Vergleich zu 2016 weiter verbessern, berichtet die Rewe-Führungsriege. Negativ zu Buche schlug die Sky-Transaktion. Dagegen entwickelten sich die umgeflaggten Kaiser’s Tengelmann-Märkte vor allem in Berlin gut. Sie verzeichneten Zuwächse von 15 bis 30, in der Spitze bis zu 40 Prozent.

„Abholen oder liefern lassen“
Darüber hinaus will die Rewe ihre Online-Aktivitäten deutlich ausbauen. Ein großer Teil der Investitionen für das laufende Jahr, rund 2,4 Milliarden Euro, fließen in die Digitalisierung. Nach Deutschland gehen davon 1,5 Milliarden Euro. Souque machte jedoch deutlich, dass Digitalisierung für ihn weit mehr sei als E-Commerce. Der Lieferservice trägt aktuell rund ein Prozent zum Umsatz von Rewe bei. „Wir glauben, dass Lieferservices in großen Städten eine Zukunft haben“, erläuterte Souque. Und der Stellvertretender Vorstandsvorsitzende Jan Kunath ergänzte: „Künftig wird sich der Kunde jeden Tag neu entscheiden, ob er seine Lebensmittel im Laden kauft, abholt oder sie liefern lässt.“ Diese Fragmentierung des Einkaufens erfordere technologische Neuerungen. Der eigentliche Wert der Digitalisierung seien die Systeme und die Analytik im Hintergrund. Große Hoffnung setzt der Rewe-Vorstand in ein neues automatisches Lager, ein Logistikzentrum für den E-Commerce, das in Köln entsteht. Die dortige Technik eröffne die Möglichkeit, den Lieferdienst profitabel zu gestalten.

„Doch ob unsere Digitalisierungsstrategie erfolgreich war, werden wir in zehn Jahren nicht daran festmachen, wie viel Umsatz wir beim Lieferdienst machen“, erklärte Souque. Entscheidend sei, wie Rewe durch die Digitalisierung seine Märkte stärke. Denn die Märkte würden weiter bestehen. Abholung im Markt, Kunden-WLAN in allen Filialen, Artikel scannen per App, bezahlen per App – Souques Aufzählung zeigte, dass die Verzahnung der digitalen Welt mit dem stationären Handel kleinteilig ist, für ihn aber der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft.