Interview mit Armin Rehberg Gegenwind? Schneller fahren! - Interview mit Armin Rehberg: Teil 3

Armin Rehberg ist ein Mann der Tat – das hat er bei der Sanierung der Erzeugergenossenschaft Landgard bewiesen. Nun trotzen die Spezialisten für Blumen, Pflanzen, Obst und Gemüse den Marktkapriolen mit langfristigen Anbau- und neuen Produkt-Konzepten. Ein Gespräch über Regenwetter, Regionalität – und Rollrasen.

Donnerstag, 08. Dezember 2016 - Management
Nicole Ritter
Artikelbild Gegenwind? Schneller fahren! - Interview mit Armin Rehberg: Teil 3
Bildquelle: Carsten Hoppen, Landgard

Inhaltsübersicht

Wenn nun aber Amazon flächendeckend kommt …
Wovon mal auszugehen ist …

… einfach weil sie die Power haben, dann braucht der Handel darauf eine Antwort.
Obwohl es Privatfernsehen oder Apple TV gibt, schauen Sie aber auch noch die Öffentlich-Rechtlichen oder gehen noch ins Kino oder ins Theater.

 Wenn ich auf dem Dorf wohne, nur sehr selektiv.
Ich glaube auch, dass eine Wanderung stattfinden wird. Aber ich sehe kein Schreckens-Szenario. Und ich sehe auch keinen Kollateralschaden für den deutschen Handel. Dafür ist der Lebensmittel-Einzelhandel zu gut, gerade hier bei uns. Dafür wurde auch zuviel in Sortiment investiert, egal in welche Betriebsform wir schauen. Da hat jeder gute Voraussetzungen, mit seinen Stärken zu punkten.

Wäre die Rewe böse auf Sie, wenn Sie auch Amazon beliefern würden?
Ganz ehrlich – das weiß ich nicht. Unsere Verantwortung als Erzeugergenossenschaft ist, die Vermarktung unserer Ware nachhaltig und langfristig sicherzustellen. Wenn neue Absatzkanäle entstehen, müssen wir uns damit beschäftigen. Aber: Wir haben ganz bewusst strategische Partner, und denen fühlen wir uns auch verpflichtet. Wenn also eine solche Entscheidung für uns anstehen würde, dann müsste die sehr ehrlich und transparent fallen, auch unseren Bestandskunden gegenüber.

Flotte Konzepte und Category- Lösungen
Die Landgard eG mit Sitz in Straelen- Herongen am Niederrhein zählt mit mehr als 3.000 Mitarbeitern zu Europas größten Vermarktungsorganisationen für Blumen, Pflanzen, Obst und Gemüse. „Aktuell liefern rund 3.200 Mitgliedsbetriebe täglich ihre  Produkte zu uns oder direkt zum Kunden – Tendenz steigend“, erläutert Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG. Auch die Umsatzentwicklung verläuft trotz schwieriger Rahmenbedingungen positiv. „Für 2016 rechnen wir mit einem Gesamtumsatz von 1,9 Mrd. Euro“, berichtet Rehberg. Landgard biete seinen Kunden ein breitgefächertes Sortiment. Im Obst- und Gemüsesektor beliefert Landgard Supermärkte und Discount ganzjährig mit Produkten aus ersthändigem Warenbezug und punktet mit umfassenden Category- Lösungen aus regionaler, nationaler und internationaler Erzeugung. Landgard versteht sich nicht nur als Bindeglied zwischen Erzeugern und Kunden, sondern unterstützt seine Kunden auch im Vertrieb. Mit neuen Vermarktungskonzepten und Produktinnovationen setzt Landgard Standards. „Wir unterstützen den Handel bei der Inwertsetzung der Produkte und ermöglichen eine höhere Wertschöpfung“, sagt Reberg. Als Beispiele nennt er Lizenzkooperationen, etwa mit der Premium- Grillmarke Weber oder der RTLShow „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“. Wichtig seien auch Eigenmarken- Konzepte wie „IssSo“, ein Konzept mit witterungsgeschädigten Produkten, oder „Deutschland schmeckt“, das Produkte deutscher Erzeugerbetriebe in den Fokus rückt.