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Ladenumbau Drei Beispiele

Reiner Mihr, Heidrun Mittler | 03. Juni 2016

Neubauen kann – fast – jeder. Die wahre Herausforderung ist der Umbau eines Supermarktes im laufenden Betrieb. Bei rund 38.000 Lebensmittelgeschäften in Deutschland und einem durchschnittlichen Renovierungszyklus von 8,6 Jahren wird die Dimension der Maßnahmen zur Modernisierung eines Geschäftes deutlich.

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Mehr Aktionsfläche bespielen
Neue Ideen, zersplitterte Aktionsfläche, unzufrieden mit der Lage der Kassen: So fing es an bei Rewe-Kaufmann Michael Glück. Der Umbau auf bestehender Fläche wurde dann noch etwas umfangreicher.

„Jeder Kaufmann holt sich doch Ideen aus anderen Märkten“, Michael Glück bezieht sich da vor allem auf die zweimal jährlich stattfindenden MLF-Tagungen (Mittelständische Lebensmittel-Filialbetriebe), wo ein gastgebender Händler stets seine Märkte präsentiert. Die Inspirationen hieraus konnte Glück nicht auf bestehender Fläche realisieren. Außerdem war er unzufrieden mit seiner Aktionsfläche, der Lage der Kassen und dem Kundenlauf. Bei seinen Überlegungen kam schnell eins zum anderen. Und letztlich hat er seine Fläche weitgehend umsortiert, eine einheitliche Aktionsfläche geschaffen, die Kassen versetzt, die Getränkeabteilung verschoben und die Sortimente auf den Prüfstand gestellt. Das ging bis zur Überprüfung der Bestellungen, der Stellflächen, der Bestellzyklen. „Im Grunde habe ich mich komplett neuorientiert“, sagt der Kaufmann.

Ohne externe Hilfe hätte Glück sich nicht daran gewagt. „Sie brauchen einfach jemanden mit Ladenbauerfahrung, der von außen reinschaut.“ Am besten sei der frei von Vorgaben oder Lieferanten. Eigene und externe Ideen müsse man dann zusammenbringen.

Jetzt hat Glück seine Kassen nicht mehr direkt am Eingang, sie wurden in die Getränkeabteilung versetzt. Das Getränkesortiment wurde deutlich optimiert, das Hauptsortiment anhand der Kundengewohnheiten wenig verändert, es gibt nun mehr Platz hinter den Kassen und eine größere Fläche für Aktionen. Dort wo früher die Kassen standen, werden die Kunden jetzt mit frischen Blumen empfangen, eine Floristin kümmert sich um die Abteilung. Insgesamt wurde die Kundenführung verbessert.

Dies geschah auch durch eine neue Farbgebung. „Das Rewe-CI soll schon klar erkennbar sein, aber eben mit der Variante, die Rewe Glück ausmacht.“ Dafür hat er auch in LED investiert. Das würde sich aber sehr schnell amortisieren.

Sein Rat für Umbauwillige: Frühzeitig über elektrische Leitungen nachdenken, die Vorstufe bei den Planungen einbeziehen, Rat bei erfahrenen Kollegen einholen, Individuelles einbringen. Es sei auch von Vorteil, schon in der Planungsphase Varianten durchzuspielen. Außerdem legt Glück Wert darauf, mit Handwerkern am Ort zu arbeiten. „Schließlich sind das auch meine Kunden.“ Und ihm ist wichtig: „Schnell bezahlen. Wenn ich den Handwerker später brauche, muss er auch schnell da sein.“

Für die Planung hat Glück rund ein Jahr veranschlagt, der reine Umbau brauchte bei vollem Betrieb etwa vier Wochen. Jetzt soll erst mal Ruhe sein, schließlich will Glück Kunden und Mitarbeiter nicht überfordern. Obwohl.: „Ein Gastroangebot fehlt mir noch. Das Gebäude gibt dafür – außer Café beim Bäcker – nichts her. Darüber denke ich dann doch schon mal nach.“

Fakten
  • Neue Ideen sollten umgesetzt werden
  • Eine einheitliche, größere Aktionsfläche musste her
  • Dazu: Optimierung der Sortimente