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Hintergrund Heu- und konventionelle Milch für LP1 2015 Schonend und gut für Artenvielfalt

Christina Steinheuer | 12. Dezember 2014
Hintergrund Heu- und konventionelle Milch für LP1 2015: Schonend und gut für Artenvielfalt

Die Universität für Bodenkultur in Wien (Boku) hat den Ressourcenverbrauch und die Umwelteinwirkungen der Heumilcherzeugung untersucht.

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Der Vergleich von Heumilcherzeugung und der in der EU weit verbreiteten industrialisierte Milchwirtschaft zeigt einige Unterschiede. Der Boku-Studie zufolge schützt Heuwirtschaft die Umwelt. Denn seit Jahrhunderten erfolgt die Fütterung der Milchkühe angepasst an den Lauf der Jahreszeiten: Im Sommer grasen die Kühe auf heimischen Wiesen und Almen, auf denen bis zu 1.000 verschiedene Gräser und Kräuter wachsen, im Winter kommen Heu und mineralstoffreicher Getreideschrot in den Trog. Gärfutter wie Silage ist strengstens verboten. Sämtliche Produkte werden kontrolliert gentechnikfrei hergestellt.

Betrachtet man die erzeugte Milchmenge, werden durch die Heumilchwirtschaft bis zu dreimal so viel Wiesen- und Grünlandflächen gepflegt (und benötigt, vgl. Flächenverbrauch) wie durch die industrialisierte Landwirtschaft. Die besonderen Lebensräume in den Bergregionen und die Artenvielfalt bleiben mit Unterstützung der Heumilchwirtschaft erhalten. Das Bewirtschaften dieser oft in schwierigem Gelände befindlichen Flächen helfe, Murenabgänge und Erdrutsche zu verhindern und bietet Tieren wie der Biene oder der Hummel einen geeigneten Lebensraum. Grünlandnutzung durch Heuwirtschaft führe zu einem hohen Humusgehalt im Boden, wodurch Kohlendioxid gebunden werde, das ansonsten die Umwelt belasten würde.

Außerdem schonten Heumilchbauern durch ihre extensive Wirtschaftsweise Lebensgrundlagen wie Getreide und Wasser. In der industrialisierten Landwirtschaft kommt bei der Rinderfütterung auch eiweißreiche Nahrung wie Getreide zum Einsatz. Dies würde jedoch auch direkt vom Menschen konsumiert, während Kühe das lebensnotwendige Eiweiß ebenso in Form von Gras und Heu verwerten können. Die Boku-Studie zeigt, dass in der industrialisierten Landwirtschaft eine Kuh die Menge an Getreide frisst, von der sich drei Menschen ernähren können. Bei der Heuwirtschaft setze man hingegen auf artgemäße Fütterung, „denn der Kuhmagen ist in der Lage, Gräser und Kräuter in frischem wie getrocknetem Zustand sehr gut zu verarbeiten“.

Die Nachhaltigkeitsfibel der ARGE Heumilch kann kostenfrei unter www.heumilch.at bestellt werden.