Warenverkaufskunde Mate-Tee

Mate-Tee wird immer beliebter, ob als Limonade oder reine Tee-Variation. Was steckt hinter dem Erfolg des südamerikanischen Getränks?

Freitag, 26. Februar 2021 - Warenkunden
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Mate-Tee
Bildquelle: Getty Images

„Eine allgemeine Aktivitätssteigerung, sowohl intellektuell als auch motorisch und vegetativ, die Schwung und Kraft verleiht sowie ein allgemeines Wohlbefinden hervorruft“, so beschrieb der französische Arzt Dr. Doublet 1885 die Wirkung eines frisch aufgebrühten Mate-Tees. Das könnte, mit einer kleinen sprachlichen Renovierung, auch heute noch ein guter Werbetext für ein neues Getränk sein. Und obwohl die AfG- wie auch Tee-Abteilungen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zunehmend von Produkten mit Mate-Tee geprägt werden, handelt es sich bei dem Getränk natürlich nicht um einen neuen Trend. Mate gehört besonders in Südbrasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bereits seit Jahrhunderten zum Alltag und wurde sogar schon vor der Kolonialisierung von den Ureinwohnern Südamerikas getrunken. So war die Verwendung von Mate zur Bereitung von Getränken laut dem Tee-Hersteller Bad Heilbrunner bereits bei den Inka bekannt: „In präkolumbianischen Gräbern wurden die Blätter in der Nähe von Lima (Peru) gefunden, ganz in der Nähe von anderen Lebensmitteln und Gefäßen“, heißt es in einem Informationstext des Herstellers, der auch Mate-Tee anbietet.

Der Name „Mate“ leitet sich von dem Inka-Begriff „mati“ ab, der eine ausgehöhlte Kalebasse als Trinkgefäß bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Kürbis, der heute in Europa zwar nur wenig verbreitet ist, in einigen Fachgeschäften aber durchaus noch verkauft wird. Früher wurde der Mate-Tee von den Südamerikanern als Ritual für Familie und Gäste zubereitet.

Ein rituelles Getränk
Alle tranken dabei aus einer Kalebasse und befolgten einige Vorschriften und Regeln. Diese waren beispielsweise, dass der Gastgeber den ersten Aufguss alleine trank, da dieser der bitterste war. Danach setzte er den zweiten Aufguss an und reichte das Gefäß weiter. Hierbei musste die Bombilla (Trinkröhrchen) auf denjenigen zeigen, für den der Mate Tee in diesem Moment bestimmt war. Diese Bräuche sind natürlich in Europa nicht verbreitet. Darum wird Mate als ganz normaler Tee in einer Tasse aufgebrüht. Er kann auch mit Milch, Minzblättern oder aromatisiert getrunken werden. Als Erfrischungsgetränk passt kalter Mate mit etwas Limonensaft gut zusammen. Besonders Hersteller alkoholfreier Getränke setzen derzeit auf Erfrischungsgetränke mit Mate als Alternative zu Energy- und Softdrinks (beispielsweise Club Mate, Mate Mate, Maya Mate und Mio Mate).

Anregend ohne aufzuregen
Doch was ist jetzt so besonders an Mate? Der Tee wirkt zwar ähnlich stimulierend wie Kaffee, die Wirkung hält aber deutlich länger an und ist besser verträglich, da er das sogenannte Matein besitzt. Der Bad Heilbrunner Tee-Experte Heinz Dittrich erklärt das so: „Das Matein ist an Chlorogensäure gebunden, es wirkt darum sanfter und gleichmäßiger als das Koffein zum Beispiel beim Kaffee. Außerdem enthält Mate im Gegensatz zu anderen koffeinhaltigen Getränken nur Spuren des Stoffes Theophyllin, der sehr stark auf den Herzmuskel wirkt. Mate- Tee ist daher anregend, ohne aufzuregen.“ Hinzu kommt, dass Mate neben dem Matein auch Gerbsäuren und Vitamine enthält und somit auf gesunde Art wach macht.

Die Wirkung kann individuell bestimmt werden, indem man die Ziehzeit verändert. Außerdem wird Mate eine leistungsfördernde Eigenschaft beim Lernen oder beim Sport nachgesagt. Ebenfalls soll Mate helfen, den Hunger leichter zu überbrücken, den Stoffwechsel sowie die Verdauung anzuregen. Somit scheint er ein geeigneter Begleiter bei Diäten zu sein.

Mate als Therapie

Mate-Tee ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen, wird aber auch im LEH verkauft. Traditionell wird er als leistungssteigernd und hungerstillend eingeschätzt, auch als „Schlankmacher“ wird Mate-Tee angepriesen. Weitere Eigenschaften: anregend für Nerven, Muskeln und Stoffwechsel, harntreibend, die Speichel- und Magensaftbildung fördernd und damit hilfreich bei der Verdauung, schweißtreibend, aufgrund des Koffeingehalts aktivierend und kreislaufstärkend.

Tipps für einen starken Abverkauf im Handel
Mate-Tee hat das ganze Jahr über Saison. Allerdings ist das Wissen über das südamerikanische Getränk noch nicht weit verbreitet. Für den Handel gibt es neben der gewöhnlichen Platzierung im Teeregal noch viele weitere Platzierungsmöglichkeiten. Da Mate-Tee ein idealer Schlankmacher ist, können zum Jahresbeginn und im Frühjahr Aktionen mit Mate-Tee- Produkten den Umsatz ankurbeln. Auch eine Zweitplatzierung wäre zu diesem Zeitpunkt ideal.

Interessant ist es auch, den Mate-Tee im Rahmen von Ländersortimenten zu platzieren. Oft gibt es über das Jahr hinweg Länder-Specials im Handel. Neben Curaçao, Limetten und anderen Spezialitäten aus Südamerika macht der Mate-Tee eine sehr gute Figur und lenkt die Aufmerksamkeit gekonnt auf sich. Die effektivste Methode, um neue Kunden anzusprechen, ist sicherlich, eine Verkostung mit den verschiedenen Varianten anzubieten. Denn so lassen sich auch hartnäckige Kaffee-Fans vom Geschmack und der Wirkung der abwechslungsreichen Mate-Tees überzeugen.

Weitere Argumente gefällig? Wissenschaftler kamen laut der Seite matetee.org zu dem Schluss, dass in dem Aufgussgetränk alle Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe enthalten sind, die der menschliche Organismus benötigt. Da Mate-Tee das Blutgefäßsystem entspannt, wirkt er Bluthochdruck entgegen, ohne dabei das zentrale Nervensystem zu belasten. Es gibt keine Kontraindikation beim Genuss von Mate-Tee, so das Urteil einer Pariser Forschungsgruppe. Es gibt also viele gute Verkaufsargumente.

Mate-Limo selbst gemacht

Zutaten:
3 Filterbeutel Mate-Tee grün
0,5 l sprudelnd kochendes Wasser
Saft einer ganzen Limette
Rohrzucker nach Bedarf
0,75 l Mineralwasser
Der Mate-Tee sollte zwischen 3 und 5 Minuten aufkochen. Nachdem man alle Zutaten miteinander vermischt hat, sollte das Getränk noch gut gekühlt werden. Nach 1 bis 2 Stunden im Kühlschrank erhält man so eine erfrischende Mate-Limonade.
Alternativ wird auch die Süßung mit Stevia empfohlen. Dies ist besonders für Diabetiker und Zuckerempfindliche interessant. Auch kann man das Tee-Gemisch mit einem Wassersprudler mit Kohlensäure versetzen, aber Vorsicht: Unbedingt bevor man den Zucker oder Limettensaft hinzugibt! So vermeidet man die Schaumbildung und das Verkleben der Düsen.

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Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis. Wir danken Bad Heilbrunner und Melanie Haaf für die zur Verfügung gestellten Informationen.