Kolumbien/Europa Bananenproduzenten fordern faire Kostenverteilung entlang der Lieferkette

Kolumbianische Bananenproduzenten haben in Europa für eine stärkere Mitverantwortung entlang der gesamten Lieferkette geworben. Auf der Fachmesse Fruit Logistica in Berlin forderten sie faire Kostenverteilung für Logistik, Nachhaltigkeit und soziale Standards.

Donnerstag, 05. Februar 2026, 12:30 Uhr
Lebensmittel Praxis
Kolumbianische Bananenverbände fordern in Berlin mehr Verantwortung europäischer Abnehmer. Ziel ist eine faire und langfristig stabile Lieferkette. Bildquelle: Getty Images

Vertreter der kolumbianischen Bananenbranche riefen europäische Abnehmer dazu auf, Verantwortung für eine stabile und nachhaltige Versorgung zu übernehmen. Die Produzenten betonten, dass steigende Anforderungen nicht allein von den Erzeugern getragen werden könnten.

Im Rahmen des „Banana Secure Value Forum“ traten der Verband der Bananenproduzenten Kolumbiens Augura und der Produzentenverband Asbama gemeinsam auf. Begleitet wurden sie von der kolumbianischen Botschafterin in Deutschland sowie von Pro Colombia. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Importeuren, Einzelhändlern, Hafenbehörden und Zertifizierungsstellen standen die Themen logistische Sicherheit, regulatorische Anforderungen und der wachsende Investitionsbedarf für Umwelt- und Sozialstandards. Die Verbände warnten, dass steigende Kosten für Sicherheit, Arbeitsbedingungen und Umweltmanagement die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Produktion zunehmend belasten.

Augura-Präsident Emerson Aguirre Medina erklärte, Nachhaltigkeit setze voraus, dass die realen Kosten für Qualität, Arbeitsbedingungen, Umwelt- und Sicherheitsmaßnahmen entlang der Lieferkette anerkannt und geteilt würden. Asbama-Präsident José Francisco Zúñiga Cotes betonte, dass die kolumbianische Banane zwar unter hohen sozialen und ökologischen Standards nach Europa gelange, diese Leistungen jedoch derzeit überwiegend von den Produzenten getragen würden.

Die Verbände fordern daher verbindliche gemeinsame Verpflichtungen, um einen fairen, überprüfbaren und langfristig stabilen Handel zwischen Produzenten, europäischen Käufern und Verbrauchern sicherzustellen.