Ernährungssystem Slow Food fordert grundlegende Reform in der EU

Die Organisation Slow Food verlangt eine grundlegende Änderung der EU-Handelspolitik für Lebensmittel. In einem neuen Positionspapier kritisiert sie das aktuelle globale Handelsmodell. Slow Food identifiziert drei zentrale Reformbereiche für ein gerechteres und widerstandsfähigeres Ernährungssystem.

Freitag, 20. Juni 2025, 10:35 Uhr
Thomas Klaus
Reform überfällig: Für Slow Food steht fest, dass grundlegende Änderungen am Ernährungssystem zwingend erforderlich sind. Bildquelle: Eurostat/Shutterstock

Die Organisation Slow Food hat ein neues Positionspapier veröffentlicht. Darin fordert sie eine umfassende Neuausrichtung der EU-Handelspolitik für Lebensmittel. Der Titel des Papiers lautet „What’s the Deal? Making EU Agrifood Trade Work for Better Food Systems“.

Slow Food sieht EU in der Verantwortung

Anlass für die Forderungen sind laut Slow Food die anhaltend schwankenden globalen Lebensmittelpreise und zunehmende Störungen in den Lieferketten. Die Organisation ist der Auffassung, dass das derzeitige globale Handelsmodell den Übergang zu gerechteren und widerstandsfähigeren Ernährungssystemen behindere. Dieses Modell prägen Slow Food zufolge deregulierte Märkte, eine exportorientierte Landwirtschaft und ein hohes Maß an Unternehmenskonzentration.

Slow Food sieht die Europäische Union in der Verantwortung. Sie spiele als bedeutende globale Handelsmacht eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung dieses Systems, heißt es. Die gegenwärtige Agrar- und Lebensmittelhandelspolitik der EU untergrabe den Wandel hin zu vielfältigen, gerechten und widerstandsfähigeren Ernährungssystemen im In- und Ausland, so die Organisation.

Drei zentrale Reformbereiche identifiziert

„Die prekäre Lage globaler Lebensmittelpreise und Lieferketten ist eine direkte Folge eines fehlerhaften Handelssystems. Die EU muss diesen Moment nutzen, um den Übergang zu agrarökologischen, lokalisierten und sozial gerechten Ernährungssystemen zu vollziehen“, sagte Slow-Food-Generalsekretärin Marta Messa.  

Das Positionspapier identifiziert drei zentrale Reformbereiche:  „Spiegelmaßnahmen“ sollten durchgesetzt werden und sicherstellen, dass alle Importe den EU-Umwelt- und Sozialstandards entsprechen. Das Ende öffentlicher Subventionen für industrielle Massentierhaltung müsse her und die Macht durch stärkere Unternehmensverantwortung und mehr Mitbestimmung in lokalen Ernährungssystemen umverteilt werden. Slow Food fordert ferner unter anderem eine reformierte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die Agrarökologie und faire Einkommen für Landwirte unterstützt. Darüber hinaus sollten kürzere und gerechtere Lieferketten gefördert werden.