Beam Global Deutschland Globale Marken im Fokus

Beam-Global-Geschäftsführer Torsten Helbig und Marketingleiter Manfred Jus erzählen im LP-Interview, warum sie Kuemmerling verkauft haben und wie sie mehr Deutsche für ihre Whiskys begeistern wollen.

Donnerstag, 07. Oktober 2010, 10:45 Uhr
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Globale Marken im Fokus
Beam-Global-Geschäftsführer Torsten Helbig

Die Kartellbehörden haben kürzlich dem Verkauf von Kuemmerling, Fürst Bismarck und Jacobi 1880 durch Beam Global Spirits & Wine an Henkell & Co zugestimmt. Sie lassen nicht nur diese Marken, sondern auch die Produktionsstätte in Bodenheim gehen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Torsten Helbig: Es gibt einen Trend: Importspirituosen wie Jim Beam wachsen. Regionale Marken verlieren tendenziell Marktanteile. Hinzu kommt, dass der Konsum von Spirituosen in Kleinflaschen rückläufig ist. Kuemmerling ist eine starke Marke und wir wissen diese bei Henkell in guten Händen. Aber: Die Kompetenz von Beam Global liegt im Whisky-Segment und dabei wollen wir uns stärker auf unser globales Portfolio fokussieren.

Herr Jus, welche Philosophie verfolgen Sie, um das Whisky-Sortiment in Deutschland weiter voran zu treiben? Es handelt sich ja um eine nicht ganz einfache Kategorie.

Manfred Jus: Sicher, Whisky ist erklärungsbedürftig. Aber das ist auch das Spannende daran. Jede Marke hat ihre Geschichte. Wir verstehen Whisky als Profilierungskategorie, über die sich der Handel vom Wettbewerb abgrenzen kann. Beim irischen Whisky spielt der keltische Hintergrund eine Rolle. Beim Schottischen Ardmore die spezielle Fassreifung. Diese Geschichten kann man erzählen und somit das Interesse der Verbraucher wecken. Laphroaig, der torfigste Islay Malt Whisky, gewinnt in Deutschland immer mehr Anhänger. Unser Ziel ist, Laphroaig noch bekannter zu machen.

Wie soll das genau funktionieren? Schließlich kann der Handel nicht bei allen Segmenten die Kompetenz des Fachhandels ersetzen.

Torsten Helbig: Ein wichtiges Instrument sind unsere Displays, mit deren Hilfe wir den Endverbrauchern eine Einführung geben wollen. Unser Display-Konzept „World of Whisky" wurde in Kombination mit einer von uns organisierten professionellen Verkostung vom Handel sehr gut aufgenommen. Es kommen auch Händler auf uns zu und fragen gezielt nach diesem Service. Das ist für uns natürlich der Ritterschlag.

Manfred Jus: Die positiven Erfahrungen haben uns beflügelt. Wir haben jetzt ein Shelf-Display mit integriertem Touchscreen entwickelt. Über diesen können sich Interessierte über die Besonderheiten unserer Single Malt Whiskys informieren. Ein besonderes Gimmick dabei ist der „Flavour Finder". Ein Tool, mit dessen Hilfe Einsteiger schnell einen Whisky finden können, der dem persönlichen Geschmack entspricht. Wir befinden uns gerade in der Testphase und sind in rund 40 Märkten mit dem Touchscreen präsent.

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Beam-Global-Geschäftsführer Torsten Helbig.

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