Kellogg „Die Möglichkeiten sind noch nicht ausgereizt“

Kellogg hat umstrukturiert. Von Bremen aus bearbeitet die neue Division Normanics sieben europäische Märkte. Ihr steht Flemming Sundø vor. Ein Manager mit Kellogg-Vergangenheit stellt sich neuen Herausforderungen.

Montag, 06. September 2010, 12:40 Uhr
Dieter Druck

Es war mehr als eine Schönheitsoperation bei Kellogg in Bremen. Personelle und strukturelle Konsequenzen, u. a. getrieben vom Zwang zur Kosteneinsparung bzw. Effizienzsteigerung. Der Standort ging letztlich gestärkt daraus hervor. Seit September vergangenen Jahres verantwortet vom Weserufer aus Flemming Sundø das neu formierte „normannische“ Cerealien-Geschäft in sieben Märkten. Ein Rückkehrer mit langjährigem Kellogg-Know-how zu neuen Herausforderungen und Kategorien.
Was hat sich geändert seit Ihrem Debüt bei Kellogg Deutschland vor rund zehn Jahren ?
Flemming Sundø: Der Wettbewerb hat sich weiter verschärft, aber wir haben Marktanteile ausgebaut und sind überdies ins Müsligeschäft eingestiegen.

Zieht nach Verlusten in den vorangegangenen Jahren das Geschäft wieder an?
Das Jahr 2009 ist für Kellogg sehr gut verlaufen und wir blicken zufrieden zurück. Unser Umsatz lag 2009 in Deutschland 5,3 Prozent über dem des Vorjahres und da wir stärker als der Gesamtmarkt gewachsen sind, konnten wir Marktanteile gewinnen.

Worin liegen die Ursachen hierfür?
Zum einen konnten wir durch vermehrte Aktivität im Soft-Discount Wachstum verzeichnen, zum anderen haben Listungserweiterungen (Penny und Netto) unseren Marktanteil erhöht. Außerdem ist uns der Eintritt in das Müsli-Segment gelungen. Aber auch die Klassiker wie Crunchy Nut, Toppas und Corn Flakes entwickeln sich sehr positiv, u.a. wegen des zu erkennenden Retrotrends. Zudem zeigt sich, dass die Verbraucher vor allem in Krisenzeiten einer starken Traditionsmarke wie Kellogg's mit ihrem Qualitäts- und Produktversprechen vertrauen.

Was hat Kellogg im Segment Riegel geplant?
Im Bereich Snacking sehen wir in den skandinavischen Märkten erfreuliches Wachstum und haben u.a. im Food Service Deutschland und Österreich Interessantes in der Pipeline mit Rice Krispies Squares und in der Schweiz mit Special K Mini Breaks.

Wie beurteilen Sie den deutschen Markt für Frühstückscerealien? Ausgereizt?
Betrachtet man die Wachstumsraten der Kategorie, und dabei insbesondere die des Müsli-Segments in den letzten Jahren, bzw. aktuell das Wachstum der Markenhersteller im Bereich traditionelle Cerealien 2009, bietet die Kategorie nach wie vor hohe Wertschöpfungspotenziale.

Welchen Umsatzanteil hat die neue Division Normanics im Konzern?
Die neue Region Normanics ist umsatzmäßig die Nr. 3 in der Region Kellogg Europe.

In welchen der von Bremen aus bearbeiteten Märkten sehen Sie in den kommenden fünf Jahren größeres Wachstumspotenzial?
Grundsätzlich sehen wir in allen sieben Märkten Wachstumspotenzial. Klar ist natürlich, dass Deutschland als größtem Land eine Schlüsselrolle zukommt.

Was hat sich in Deutschland durch die Umstrukturierung geändert?
Die Zusammenlegung des deutschsprachigen und skandinavischen Raums zur neuen Region „Normanics“ stärkt den Standort Bremen und wird unsere Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt erhöhen. Außerdem schafft die Umstrukturierung vielfältige Synergien und stärkt den Auftritt der Marke Kellogg's in Europa.

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