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Länderreport Thüringen

Silvia Schulz | 24. Juni 2019
Länderreport: Thüringen
Bildquelle: Getty Images

Mit einer überregionalen Kommunikationskampagne soll das „Thüringer Qualitätszeichen“ (TQZ) noch bekannter werden. Die Kriterien wurden verschärft, um Klarheit für die Endverbraucher zu schaffen. Auch der Handel profitiert von den regionalen Lebensmitteln.

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Da geht noch mehr
Regionale Produkte boomen. Doch haben es kleine Produzenten oft schwer, im Handel gelistet zu werden. Um die Bekanntheit und das Vertrauen des Thüringer Qualitätszeichens (TQZ) bei Verbrauchern, Produzenten und dem Handel zu stärken, hat das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft eine überregionale Kommunikationskampagne gestartet. Dabei setzt das zuständige Referat Agrarmarketing auf einen Mix aus plakativen, informativen und interaktiven Maßnahmen, die über unterschiedliche Kanäle ausgespielt werden. Ein wichtiger Bestandteil ist die Social-Media-Kommunikation auf Facebook und Instagram. Hinzu kommen Printanzeigen in Fach- sowie Publikumsmedien, erklärende Videos, Direktmailings, Point-of-Sale-Promotion, Guerilla Marketing und eine neue Info-Webseite.

Regionale Wertschöpfungsketten
Regionale Wertschöpfungsketten können erheblich zur Entwicklung und zum Erhalt der Lebensqualität in ländlichen Räumen beitragen. Neben ökonomischen Vorteilen für die Region, wie der positive Einfluss auf Einkommen und Beschäftigung, bieten regionale Wirtschaftsstrukturen teilweise ökologische Vorteile wie etwa die Einsparung von Transportwegen und stärken den partnerschaftlichen Gedanken, die Direktbeziehungen und das Engagement der Akteure vor Ort. Regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen, die sowohl regionale Tradition als auch regionale Innovationspotenziale nutzen, geben der Region Identität. Mit regionalen Wertschöpfungsketten der Land- und Ernährungswirtschaft wird gleichzeitig der verstärkten Nachfrage nach regionalen Produkten auf Seiten der Verbraucher Rechnung getragen.

„Die Erhöhung des vorgeschriebenen Anteils regionaler Rohstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln, die das Zeichen ‚Geprüfte Qualität aus Thüringen‘ tragen, von 50,1 Prozent auf 90 Prozent sehen wir als Chance an, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken und die partnerschaftliche Zusammenarbeit entlang der Lebensmittelkette zu unterstützen“, sagt Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft. Interessierte erhalten auf Facebook und Instagram tagesaktuelle Informationen rund um das Thüringer Qualitätszeichen sowie zu Veranstaltungen, Produkten, Rezepten und noch viel mehr aus der Thüringer Land- und Ernährungswirtschaft.

Lizenznehmer profitieren
Lizenzgeber für das TQZ ist das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL). Seit 1. Juli 2018 gelten die neuen Vorgaben zum regionalen Rohstoffanteil für verarbeitete Lebensmittel. Die alten Lizenzen liefen zu dem Termin aus. Ziel des TQZ ist der Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten, die Stärkung landwirtschaftlicher Erzeuger und mehr Transparenz für Verbraucher. Wo „regional“ draufsteht, ist auch „regional“ drin, da es klar definiert ist. Derzeit gibt es 76 Lizenznehmer verschiedenster Produktgruppen, weitere Anträge liegen vor. So sind zum Beispiel die beiden einzigen Weingüter aus Thüringen – das Weingut Zahn und das Weingut Claus – als Lizenznehmer des TQZ dabei. Die beiden Weingüter bilden die gesamte Wertschöpfungskette vom Anbau der Trauben über die Kelterung bis zum Abfüllen der Weine ab.

Regionales im Handel
Neben Bio-Produkten sind regionale Produkte gefragt wie seit Jahren nicht. Verbraucherstudien belegen und bestätigen, dass der Trend nach regionalen Produkten anhaltend und sogar ansteigend ist. Der Handel hat das längst erkannt und hebt sich mit einem gut sortierten Angebot regionaler Waren von der Konkurrenz ab. Der größte Abnehmer für regionale Produkte ist der Lebensmittelhandel. „Ich begrüße es sehr, dass regionale Produkte im Lebensmittel-Einzelhandel zunehmend an Bedeutung gewinnen“, sagt Ministerin Keller. Damit leiste der Handel gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Stärkung regionaler Landwirte und Lebensmittelhersteller und sei ein bewährter Partner des Thüringer Agrarmarketings. Doch auch wenn das Angebot im Handel wachse und immer breiter werde: „Aus meiner Sicht gibt es jedoch auch hier zusätzliche Potenziale, die erschlossen werden können“, sagt die Ministerin.