Berlin-Brandenburg In die zweite Runde - Spreewaldkonserve, Friki

Die Ernährungswirtschaft in Berlin-Brandenburg ist eine Runde weiter. PricewaterhouseCoopers hat dem Netzwerk BEN gute Arbeit zertifiziert.

Donnerstag, 18. November 2010 - Länderreports
Silke Bohrenfeld
Artikelbild In die zweite Runde - Spreewaldkonserve, Friki
Bildquelle: iStockphoto

Inhaltsübersicht

Spreewaldkonserve: Handarbeit

Wer den idyllischen Spreewald kennt, weiß, dass im Spreewald nur eine krumme Sache Tradition hat, die Spreewälder Gurke. Ein Original, das schon oft kopiert, doch nie erreicht wurde. Und wer einmal ihren Biss und die typische Würze kennen gelernt hat, der wird den Gurken vom Spreewaldhof für immer treu bleiben. Die einzigartige Herkunft und der unverwechselbare Geschmack haben die Spreewaldkonserve dazu veranlasst, ihren Gewürzgurken einen Eigennamen zu geben: Spreelinge. Von Juli bis Mitte September werden die leckeren Grünen im Spreewald geerntet. Da Gurken witterungsempfindlich sind, muss eine Pflanze bei Sonne alle zwei bis drei Tage abgeerntet werden. Die so genannte Gurkenflieger ernten per Hand pro Tag zwischen 250 und 400 t und sortieren nach Größe und Form.

Wie viel Handarbeit in einem Glas Gurken steckt, wird klar, wenn man die Wertschöpfungsschritte betrachtet: Per Hand werden die Gurken verlesen, gebrochene Gurken aussortiert, per Hand die maschinell befüllten Gläser nachgefüllt. Jede Nacht werden die Produktionslinien per Hand umgestellt und die Produktion der sich täglich wechselnden Ernte angepasst. Kein Wunder, dass sich Konrad Linkenheil, Geschäftsführer der Spreewaldkonserve, ärgert, wenn er hört, dass andere deutsche Konservenfabrikanten fertig eingelegte Gurken importieren, ohne deren Herkunft zu deklarieren: aus Indien, der Türkei, Thailand oder Vietnam. Dort sind die Lohnkosten niedriger als in Deutschland, denn etwa 60 Prozent des Rohwarenpreises sind Pflückkosten.

//// www.spreewaldhof.de

Friki: Innovativ

Die Geflügelproduktion bei Friki in Storkow läuft auf hohem Niveau. Rund 250 Mitarbeiter arbeiten hier und verarbeiten gut 100.000 Tiere pro Tag zu einem umfangreichen Geflügelsortiment. Die Unternehmensleitung weiß das Engagement ihrer Mitarbeiter zu schätzen. „Motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens", erklärt Bernhard Lammers, Geschäftsführer von Friki, der bei seiner Unternehmensführung großen Wert auf gute Arbeitsbedingungen legt. „Alle Mitarbeiter werden bei uns festangestellt und nach hauseigenen Tarifverträgen bezahlt." Lammers ist dieser Aspekt wichtig. Mindestens genauso wichtig wie seine Bemühungen für eine umweltfreundliche und tierschonende Produktion, die zu einen hohen Standard im Unternehmen geführt haben.

Von 2003 bis 2006 wurden rund 23 Mio. Euro investiert, um die brandenburgische Produktionsstätte zu einer der modernsten Hähnchenschlachtereien Deutschlands auszubauen. Und das Unternehmen investiert weiter. Rund 10,8 Mio. Euro im kommenden Jahr. Rechtzeitig zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft nimmt Friki in Storkow einen Erweiterungsbau in Betrieb, der Platz für zusätzliche Produktionsanlagen bietet. Und damit nicht genug: Auch der gesamte Fuhrpark wurde auf verbrauchsarme Fahrzeuge umgestellt. Dadurch konnte das Unternehmen die Treibstoffkosten pro Jahr um rund 10 Prozent reduzieren.

//// www.friki.de