Edeka Endt Ein Hauch von Industriestyle

Edeka Endt in der Steinsstraße in Mönchengladbach setzt auf Industriedesign und eine moderne Marktküche. Auch neue Gestaltungskonzepte der Frischetheken lassen aufhorchen.

Freitag, 25. Februar 2022 - Ladenreportagen
Silke Wartenberg
Artikelbild Ein Hauch von Industriestyle
Bildquelle: Peter Eilers

„Einen Großteil des Umsatzes der Marktküche machen wir im To-go-Geschäft“, sagt Dirk Endt, der Inhaber von Edeka Endt. „Wir haben zwar in der Marktküche einen Sitzbereich, aber nur ein Drittel der Kunden, wenn überhaupt, isst vor Ort.“ Ob das Corona geschuldet ist? „Das kann ich Ihnen nicht sagen“, meint Endt. Es fehle die Erfahrung. „Wir hatten nicht viel Zeit vor Corona.“

Insgesamt drei Viertel des Tagesumsatzes erwirtschaftet die Marktküche in der Mittagszeit. Dies ist der Lage geschuldet. Der Markt, der 2019 eröffnet wurde, liegt in einem Gewerbegebiet – mit angrenzendem Wohngebiet –, und viele Menschen versorgen sich hier mit Mittagessen. Die Marktküche leitet Christian Kahlert, „ein hoch motivierter Mitarbeiter und Menschenfreund, der zuvor bereits die Fleischtheke nach vorne gebracht hat“, schwärmt Dirk Endt. Und zusammen mit Chefkoch Stefan Palmen erwirtschaftet die Marktküche inzwischen rund fünf Prozent des Gesamtumsatzes – ein großer Erfolg nach dem etwas holprigen Start kurz vor der Pandemie.

Eine gute Bindung zu seinen Mitarbeitern ist für Dirk Endt eine Herzensangelegenheit. Und das macht sich in der Belegschaft bemerkbar. Seine Devise: „Den Wert einer Firma machen nicht nur monetäre Größen wie Anlagevermögen und Firmenwert aus, sondern am Ende der Tage zählt genauso, wie die Mannschaft aufgestellt ist. Wie motiviert und kompetent arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag?“ In dieser Hinsicht scheint Edeka Endt gut aufgestellt. Immerhin sind von den derzeit 400 Mitarbeitern in allen Filialen rund 300 sehr lange, viele mehr als zehn Jahre, dabei. Ein Beispiel: Wer eine Weinberatung braucht, ist bei Giuseppe di Marino in den besten Händen. Der ausgebildete Weinfachberater ist seit knapp sechs Jahren im Unternehmen und wird von der Kundschaft und den Kollegen als „absolute Institution“ wertgeschätzt. „Alle sind seinem italienischen Charme verfallen – Kollegen und Kunden“, sagt Endt. Di Marino hat aber auch jenseits der Suche nach dem passenden Wein immer ein offenes Ohr für andere Menschen, wie es sich für eine „gute Seele des Hauses“ gehört.

Dirk Endt hat sich vom klassischen Thekenkonzept verabschiedet und neue sogenannte Kompetenzbereiche eingeführt. Die Idee dahinter: Übersichtlichkeit für den Kunden schaffen und eigene Kompetenzteams dafür aufbauen.

Anderes Frischethekenkonzept
„Damit der Kunde nicht die Erwartung hat, dass die Fischverkäuferin auch am anderen Ende an der Käsetheke Ahnung hat.“ Käse- und Wursttheke befinden sich hier gegenüber der Fleisch- und Fischtheke. „Wenn man alles hintereinanderbaut, also Fischtheke, dann Fleisch, dann Wurst, dann Käse, fehlt dem Kunden die Übersicht. Wo stellt man sich jetzt an? Wo hört die Fleischtheke auf und beginnt die Wurstabteilung?“ Dabei kann eine lange Strecke gerne mal 24 Meter lang sein, so Endt.

So habe man sich im Rahmen der Konzeption des Kundenlaufs dieses Mal dazu entschieden, eine Art Gasse zu bilden. Gelangt der Kunde in die Frischeabteilung, findet er rechts Fleisch und Fisch und links Wurst und Käse. Hier bedient eine eigene Mannschaft mit Teamleiterin Käse Marion Arnrich, ausgebildete Käsesommelière, und Teamleiterin Wurst Nadine Winkels, die als engagierte Nachwuchskraft den Spitznamen „Mrs. Dynamic“ trägt und offen dafür ist, auch neue Wege im Sortiment auszuprobieren. Gegenüber der Theke befindet sich die „Rohware“ mit Fleischbedienung und Fischbedienung, auf die zusammen ein Anteil von 9 bis 9,5 Prozent am Gesamtumsatz entfallen; dafür wurde ein eigenes Kompetenzteam aufgebaut. Das neue Konzept wird von den Kunden gut angenommen, sagt Endt.

Hinsichtlich der Sortimente ist Endt in seinen inzwischen fünf E-Centern mit 2.100 bis 2.800 m2 relativ gleich unterwegs. Allerdings ist der Markt in der Steinsstraße bislang der einzige mit einer separaten, großen Marktküche. In den anderen Märkten gibt es bisher nur heiße Theken oder mobile Marktküchen. Darüber hinaus ist der Markt sehr frischebetont. Das zeigt sich nicht nur an den Bedientheken, sondern auch im großzügig gestalteten Obst- und Gemüsebereich. „Hier erwirtschaften wir je nach Jahreszeit zwischen 9 und 11 Prozent“, sagt Endt. Er setzt nicht nur im Frischebereich sehr stark auf Lokalität und Regionalität. Weiteres Plus: Besonders breit ist der Markt auch im Bereich vegane Lebensmittel aufgestellt.

Ein Markt mit Industriecharakter
Die Architektur des Marktes sorgt für eine besondere Atmosphäre. Sie fügt sich perfekt in das Gewerbegebiet in der Nachbarschaft ein. Die Decken sind mit 8 bis 9 Metern extrem hoch. „Und dieses Mal haben wir das auch ideal ausgenutzt“, erklärt Endt. „In anderen Märkten mit hohen Decken haben wir die Beleuchtung auf eine Ebene von 3,20 Meter bis 3,40 Meter runtergesetzt, um den Laden optimal auszuleuchten. Aber wir haben dabei nie bedacht, dass dadurch die schöne hohe Decke verloren geht. Denn die Deckenachse endet mit der Lichtebene. Und Sie nehmen alles, was darüber ist, eigentlich gar nicht richtig wahr.“ Inspiriert von einem der Schmidts Märkte in Bad Säckingen, wurde in der Steinsstraße die Beleuchtungshöhe auf 5 Meter gehängt. So kommt der Hallencharakter besonders gut zum Ausdruck.

Dies hatte zudem den Vorteil, dass viel Platz für eine kreative Wandgestaltung zur Verfügung stand. Fast 350 Quadratmeter digital bedruckte Tapete wurden verklebt, mit Grafiken und hinterleuchteten Buchstaben – alles im Industriestyle. Als Eyecatcher schweben Fässer über der Getränkeabteilung (siehe Seite 6) oder es stapeln sich (künstliche) Käselaibe in einem Käseturm.

Auffällig ist, dass es im Markt sehr leise ist. Passend zur Ladenoptik ist der Boden aus Epoxidharz. Es gibt keine Fugen. Die Einkaufswagen samt Räder sind aus Kunststoff und rollen nahezu geräuschlos. „Wir verzichten auch bewusst auf Beschallung. Es gibt keine Musik, keine Werbedurchsage, und die Verkäuferinnen haben Funkgeräte in der Tasche und müssen nicht ausgerufen werden. So schaffen wir eine angenehme Einkaufsatmosphäre, die nicht gestört wird.“ Fazit: Viel Stahl und graue Betonwände, die aber nur angedeutet sind in Form einer Tapete, und der Industrieboden geben dem Laden ein sehr stimmiges Konzept!

Schnell gelesen

Edeka Endt, Steinsstraße 70, 41199 Mönchengladbach

  • Standort im Gewerbegebiet mit hohem Kundenaufkommen in der Mittagszeit, insbesondere in der Marktküche.
  • Industriecharakter durch hohe Decken und eine 5 Meter hohe Beleuchtung sowie grafische Elemente, die dies unterstreichen.
  • Auffallend geräuscharm durch fugenfreien Epoxidboden, Kunststoffeinkaufswagen und den Verzicht auf Beschallung.
  • Breites Sortiment an veganen Produkten.
  • Bedientheken als Gasse angeordnet, mit eigenen Kompetenzteams.

Fakten im Focus

  • 2.300 qm Verkaufsfläche
  • 60 Mitarbeiter im Markt
  • rund 40.000 Artikel im Sortiment
  • 7 Kassen
  • ca. 25 Euro Durchschnittsbon
  • montags bis samstags 7 bis 21 Uhr

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