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Billa Purkersdorf Mustermarkt im Speckgürtel

Herbert Schneeweiß, Dieter Druck | 26. April 2020

Der Billa im niederösterreichischen Purkersdorf ist ein Konzeptmarkt mit etwas mehr als 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche für die Expansion in wachsenden Ballungsgebieten.

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Purkersdorf war schon immer eine Startrampe für Innovationen bei Billa in Österreich. Bei der Eröffnung des Standortes im Jahr 1981 waren es sprechende Einkaufswagen, in der Folge Selfscanning und Reinigungsroboter. Heute, nach Abriss, Neubau und Wiedereröffnung Mitte August vergangenen Jahres, sind es beispielsweise der doppelstöckige Aufbau oder die automatische Preis- und Informationsbeschriftung mit elektronischen Regaletiketten (ESL). Diese gehören heute zum Standard bei allen Neueröffnungen. „Unsere Kunden hier sind affin und aufnahmebereit für jede technische Neuerung und gewohnt, sich damit auseinanderzusetzen“, sagt Robert Nagele, Vorstandssprecher von Billa gegenüber dem östereichichen Fachmagazin Regal. Nicht umsonst zähle der Billa-Markt zu den umsatzstärksten des Landes. „Wir erhoffen uns ein dementsprechend schnelles Return-of-Investment“, fügt er an.

Vier Millionen Euro wurden in Purkersdorf investiert. Das ist eine respektable Summe, da laut Billa der durchschnittliche Markt auf der grünen Wiese im Vergleich mit rund zwei Millionen Euro zu veranschlagen sei. Insbesondere die erstmalige Umsetzung einer zweigeschossigen „Etagen-Lösung“ mit ebenerdigem Parkplatz und dem Zugang zum Markt über einen Rollsteig verteuerte das Projekt um rund ein Drittel.

Geht es nach Nagele, dann wird der neue Muster-Markt multipliziert für die Expansion in wachsenden Ballungsräume. Mehrere Standorte seien in der Pipeline.

Purkersdorf ist in dieser also Hinsicht ein Startpunkt. Künftig wolle sich die Rewe mit anderen Entwicklern für ganzheitliche Standorte stark machen. Ob in Verbindung mit Kindergärten, Schulen oder Arztpraxen – Billa prüfe neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Darüber hinaus passt Purkersdorf mit 1.025 Quadratmetern Verkaufsfläche auch hinsichtlich der Größe in das neue Konzept. Zudem ist der Markt mit Wärmerückgewinnung, LEDs im gesamten Markt und so weiter auf technisch aktuellem Stand: Das bringt bis zu 30 Prozent Energieeinsparung. Click & Collect, Online-Bestellung und Abholung im Markt wurden hier ebenfalls als zusätzlicher Kundenservice installiert. Hinzu kommt die Möglichkeit des Self-Check-out. Zusätzliche Servicequalität basiert auch auf der generellen personellen Aufstockung in den Märkten. Im Markt in Purkersdorf sind 46 Mitarbeiter und drei Auszubildende beschäftigt.

Eine Strategieänderung gibt es hinsichtlich Zweitplatzierungen. „Wir haben aus unserem Pilotversuch mit 20 Filialen gelernt und werden künftig Aktionsartikel auf entsprechend ausgewiesenen Gondelköpfen präsentieren.“ Die Gänge werden breiter, und es ergibt sich gleichzeitig mehr Freiraum für die Kassenzone, was zur Stressfreiheit beim Checkout beitragen soll. Aspekte der Einkaufsatmosphäre, der Bewegungsfreiheit, aber auch der Übersicht und Orientierung werden damit in Verbindung gebracht. In Purkersdorf wurde neben der Kaffee-Ecke auch ein „Snackeria-Meter“ mit Convenience-Artikeln installiert. Neu sind ebenso die Billa-Aufbauten mit Spezialangeboten und ein erweitertes Eigenmarken-Sortiment, das inzwischen mehr als 500 Artikel zählt.
Ein weiter Eckpunkt ist die Platzierung regionaler Produkte im Block, der derzeit knapp 40 Produkte umfasst. „Wir haben unsere Einkaufsmannschaft in diesem Bereich aufgestockt. Jeder Anbieter ist willkommen, egal ob er fünf oder 15 Märkte beliefern kann“, unterstreicht der Verstandssprecher.

Fakten im Fokus

1.025 qm Verkaufsfläche
46 Mitarbeiter plus drei Auszubildende
4 Mio. Euro Invest
von montags bis freitags: 7.40 - 19 Uhr, samstags bis 18 Uhr

 

Schnell gelesen
Billa, Linzerstrasse 35 - 37, A-3002 Purkersdorf

  • Konzeptmarkt für Ballungsräume
  • Erstmalig bei Billa: zweigeschossige Bauweise mit ebenerdigen Parkraum
  • Gondelköpfe als prominente Platzierung für Aktionsartikel
  • Elektronische Regalschilder als Preisangabe und zusätzliche Informationsquelle, zum Beispiel bei Wein
  • Fleisch vom eigenen Hersteller und nur aus Österreich
  • Mehr Personal auf der Fläche
  • Click & Collect wird von den Kunden als Service gut angenommen ebenso wie der Self-Check-out
  • Ausbau des Eigenmarkensortimentes mit saisonaler Aufschaltung von Premiumangeboten.