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Kaiser´s Berlin

Christina Steinheuer | 05. September 2014

 In der Kaiser’s-Filiale im Bikini-Haus in Berlin ist alles etwas anders als in den üblichen Supermärkten. 80 Prozent der Kunden sind Touristen. Auf deren Bedürfnisse will sich das Markt-Team perfekt einstellen.

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„Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel fahren wir jetzt von zwei auf einen Meter zurück. Tiernahrung haben wir schon komplett ausgelistet.“ Was nach kurzem Prozess klingt, ist Frauenpower pur. Denn Diana Laxa, Leiterin der Kaiser’s-Filiale im Berliner Bikini-Haus, weiß ganz genau, was in ihrem Sortiment die Renner und Penner sind. „Mit einer normalen Kaiser’s-Filiale können Sie diesen Standort hier nicht vergleichen“, lacht sie. „Wir sind sehr speziell.“

Bedienungstheken für Fleisch, Wurst, Käse und Fisch gibt es nicht, und selbst das kleine SB-Angebot von Wurst und Käse ist Laxa und ihrer Distriktmanagerin Britta Ehling noch zu groß. „Das kauft hier keiner.“ Gerade einmal 1.500 Euro setzt die Filiale in der Woche mit SB-Wurst um. „Auch da gehen wir jetzt ran. Da kommen Snacks und Gerichte für die Mittagspause hin, für die Leute aus den Büros, die vielfach zu uns kommen. In dem Bereich haben wir zwar schon eine Menge Artikel zu bieten, aber die laufen richtig gut.“

Schonungslos analysieren Laxa und Ehling permanent die Abverkaufs- und Umsatzzahlen. Der Backshop, bei Kaiser’s Back Stop genannt, brummt. Doch auch hier lernen die Mitarbeiter von den Kunden, hören genau hin, wenn jemand nach einem Lachsbrötchen fragt, das es zwar zunächst nicht gab, aber dann beschafft wurde und nun läuft. Nur 494 qm ist die Filiale groß , dazu noch von konischer Grundfläche. Dennoch gibt es eine gemütliche Sitzecke mit vier Tischen und acht rot gepolsterten Sesseln. Stolze 8,75 m misst die Thekenauslage des Back Stops inklusive heißer Theke. Das Angebot wechselt analog zu den Mahlzeiten und Essgewohnheiten dreimal täglich. Geöffnet hat die Filiale montags bis freitags von 8 bis 24 Uhr und samstags von 8 bis 23.30 Uhr. Der Back Stop schließt um 21 Uhr.

Im Schnitt liegt der Back Stop 20 Prozent über den Kaiser’s-Standardpreisen, trotzdem wirkt er nicht teuer (Mohnschnecke für 99 Cent). Nobel und eine Investition, auf die das Team stolz ist, ist die Kaffee-/Espressomaschine vom legendären Hersteller La Marzocco aus Florenz. „Die gibt es außer bei uns nur noch in einer weiteren Filiale sowie im Café Einstein.“

Da 80 Prozent der Kunden Touristen sind, hört man im Markt ein permanentes Sprachen-Gewusel. Eine Idee der Mitarbeiter: Am Namensschild sind per Länderflagge die Sprachen aufgeführt, die der Mitarbeiter spricht. Auf Englisch, Russisch, Spanisch, Polnisch und Kroatisch können die Mitarbeiter kommunizieren. Viele Kunden fragen nach Pflastern und Kondomen. Zu den Rennern zählen aber auch gekühlte Getränke, vor allem das komplett verglaste und gekühlte Sektregal dürfte es in der Größe in keinem anderen derart kleinen Markt geben.

Kartoffel, Zwiebeln, Knoblauch gibt es lose oder in kleinen Gebinden. „Ein 2,5-kg-Netz Kartoffeln kauft hier niemand, deshalb fahren wir ein reduziertes Angebot“, bringt es Ehling auf den Punkt. Erlesene Weine hingegen sind gefragt, auch Tropfen aus Südafrika für 15,99 Euro die Flasche.

Eigentlich waren Kosmetik-Artikel für den kleinen Markt nicht vorgesehen. Doch nachdem mehrere Kundinnen nach Artikeln gefragt haben, wurde ein Gondelkopf mit Kosmetik bestückt. „Das hat sich für uns schon gelohnt. Das läuft“, berichtet Laxa. Ebenfalls begehrt sind Biere aus Süddeutschland. 20 bis 25 Sorten von dort gibt es im LED-beleuchteten Markt, abgesehen von anderen Bieren. Auch die Videoüberwachung fehlt nicht, allerdings ist Diebstahl hier kein großes Thema. Süßigkeiten werden massenweise gekauft. Das Regal dürfte das längste im Markt sein.

Snacks, Süßes, Sekt und Biere
  • Adresse: Budapester Straße 38-50, im Bikini-Haus, 10787 Berlin
  • Filialleiterin: Diana Laxa
  • Mitarbeiter: 19, davon 3 in Vollzeit
  • Auszubildende: keine
  • Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 8 - 24 Uhr; Sa. 8 - 23.30 Uhr
  • Eröffnung: 15.04.2014; 494 qm
  • Durchschnittsbon : 4,74 Euro
  • Kunden : wöchentlich insgesamt ca. 9.500, davon 80 Prozent Touristen
  • Besonderheiten: großer Backshop mit Sitzplätzen und Bedienung; keine Tiernahrung im Sortiment; keine Bedientheken für Fleisch, Wurst, Käse, Fisch; großes gekühltes Sektregal; breites Süßwaren- und Bierangebot