Edeka Niemerszein Modernes Design und Nostalgie

Bettina Röttig | 11. April 2014

Vier Jahre tüftelte Edeka Niemerszein am Konzept für die achte Filiale. Die eigene Handschrift ist überall sichtbar.

Anzeige

Stille Wasser sind tief. Das alte Sprichwort drängt sich unweigerlich auf, ist man im Hamburger Stadtteil St. Georg erst an der zurückhaltend gestalteten Front von Edeka Niemerszein vorbei marschiert und im Eingangsbereich des Marktes angekommen. Was sich dem Kunden eröffnet, ist ein ausgeklügeltes Design-Konzept, das die baulichen Herausforderungen der Fläche in Besonderheiten verwandelt hat. Diverse Treppenhäuser und alte Gebäudeteile mussten nach der Modernisierung des heute siebenstöckigen Gebäudes in der Langen Reihe 110, in dessen Erdgeschoss sich der Markt befindet, umbaut werden. Die entstandenen Nischen beherbergen die Aushängeschilder des Marktes: die Frische- sowie Bio- und Wein-Abteilungen. Stilisierte Wolken und Vögel an der Decke lenken den Kunden in die einzelnen Bereiche.

„Wir haben das Thema Natur aufgegriffen, um zu verdeutlichen, wo unsere Lebensmittel herkommen“, erklärt Mit-Inhaber Volker Wiem. Dem Markt-Himmel stehen ein durchgehender Boden aus geschliffenem Estrich und stilisierte Grashalme an den Wänden sowie in Form der Regalschilder gegenüber. Fotos von Gemüse oder Früchten und echte Naturmaterialien wie Moorboden in Holz gerahmt ergänzen das Gestaltungskonzept. „Wir wollten allem einen Rahmen geben“, erklärt Wiem eine weitere Idee, die sich in vielfältiger Weise auf der Fläche wiederfindet. So wurden neben den Bilderrahmen auch alle Regale und Kühlmöbel entlang der Wände ein Stück weit in eben diese eingelassen, die Ware praktisch eingerahmt.

Ein spannender Bruch mit der Moderne gelang mit dem Herzstück des Marktes: ein alter Krämerladen – komplett mit bemalter Glasdecke, historischen Ladentischen und antiken Fliesen von Villeroy & Boch – zieht die Blicke auf sich. Die historische Ecke aus der Sammlung von Bernhard Paul, dem Direktor des Circus Roncalli, erstrahlt in St. Georg in neuem Glanz und bietet eine einzigartige Kulisse für die Inszenierung zahlreicher Feinkostartikel aus der Region: die Kiez-Schokolade von Stolle-Pralinen etwa oder handgemachte Bonbons des Bonscheladens.


Regionalität ist auch über die historische Ecke hinaus Priorität. Spezialitäten von mehr als 40 Produzenten aus Hamburg und Umgebung finden sich in nahezu allen Sortimenten. Produkte aus eigener Produktion sind das i-Tüpfelchen darunter. Sie werden in der Schnippelküche auf der Fläche oder vom Team im Markt Am Mühlenkamp für die acht Niemerszein-Filialen hergestellt.

Fotos: Farcas