Lebensmittelwirtschaft Kritik ja – aber kein Pranger

Lebensmittel Praxis | 20. April 2012

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) hat die Betreiber von lebensmittelklarheit.de aufgefordert, sich an die Spielregeln zu halten. BLL-Vize-Präsident Hans-Dieter Bischof forderte, allgemeine Fragestellungen nicht an einzelnen Marken abzuhandeln.

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Bischof nannte als ein Negativbeispiel aus jüngster Zeit die Kritik an der vermeintlichen Irreführung durch den Begriff „alkoholfreies Bier" anhand von zwei Marken, obwohl es bis zu 200 entsprechende Biere am deutschen Markt gibt: „Abgesehen davon, dass die Aussage ,alkoholfrei' seit Jahrzehnten wissenschaftlich abgesichert ist, leisten alkoholfreie Biere auch einen wichtigen Beitrag zur Straßenverkehrssicherheit."

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner würdigte bei der Jahrestagung des BLL die „unglaubliche Vielfalt" der Lebensmittel in Deutschland als eine große Leistung der Lebensmittelwirtschaft: „Es ist wichtig und unverzichtbar, dass Lebensmittel auch die Wertschätzung bekommen, die sie verdient haben." Zudem seien sie in Deutschland so günstig wie in fast keinem anderen Land. Forderungen nach Extrasteuern auf Lebensmitteln erteilte Aigner bei der BLL-Jahrestagung eine klare Absage: „Diese sind nicht sinnvoll, und wir werden uns weiter dagegen wehren."

Bei der BLL-Jahrestagung in Berlin wies die deutsche Lebensmittelwirtschaft auf ihre Erfolge hin. In insgesamt 736.000 Betrieben schaffen mehr als 4,1 Mio. Beschäftigte ein Angebot von rund 160.000 Produkten in den Regalen des Handels, aus dem täglich 82 Mio. Menschen in Deutschland nach ihren Wünschen und Bedürfnissen auswählen können.