Alfred Ritter Preiserhöhungen unumgänglich

Lebensmittel Praxis | 25. Juli 2011
Alfred Ritter: Preiserhöhungen unumgänglich

Bildquelle: Stefan Mugrauer

Der schwäbische Schokoladenhersteller will dem Produktionsstandort Deutschland treu bleiben.  Aufgrund gestiegener Kosten bei Rohstoffen, Energie und Personal sei man jedoch gezwungen, die Abgabepreise zu erhöhen, so Unternehmenschef Alfred Theodor Ritter (Foto).

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Im Gegensatz zum Gesamtmarkt hat Ritter beim Umsatz mit „Ritter Sport"-Schokolade im ersten Halbjahr 2011 um etwa 10 Prozent auf mehr als 140 Mio. Euro zugelegt. Als Ausgleich zum schwächeren deutschen Markt will Ritter seinen Export-Anteil, derzeit ein Drittel des Gesamtvolumens, ausbauen. Für das Gesamtjahr rechnet Alfred Theodor Ritter mit einem Erlösplus im „hohen einstelligen Prozentbereich". Gleichzeitig kündigte Ritter baldige Preiserhöhungen „um einige Cent" an. Zur Begründung führt das Unternehmen aus Waldenbuch bei Stuttgart die gestiegenen Rohstoffkosten an, verweist aber auch auf steigende Ausgaben für Personal und Energie. Zuletzt hatte Ritter Anfang 2008 die Preise erhöht und sich damit massiven Ärger mit den Kartellwächtern eingehandelt. In dem noch laufenden Verfahren werden die Schwaben und einige Wettbewerber verdächtigt, Preise unerlaubt abgesprochen zu haben.

Ritter beklagte, dass die fünf führenden Handelsunternehmen mehr als 80 Prozent des Schokoladenmarktes bestimmen und mit ihrer Nachfragemacht „gewaltigen Druck auf die Preise" ausübten. Er setzt deswegen auf mehr Effizienz und die Spezialisierung auf Tafelschokolade. Um den hohen Qualitätsanspruch zu wahren, will Ritter seine Schokolade weiterhin nur in Deutschland herstellen. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 900 Mitarbeiter, 800 davon in Deutschland.

Schwierig ist für die Schwaben das Geschäft mit Bioschokolade. Die Konsumenten würden die erheblich höheren Preise nicht akzeptieren. Erschwerend komme hinzu, dass der Vertriebweg Biofachgeschäfte praktisch verschlossen sei, weil diese nicht mit dem Lebensmittelhandel konkurrieren wollten. Aufgeben will Ritter dennoch nicht. Auch fairer Handel sei grundsätzlich in der Branche machbar. Wegen der hohen Zusatzkosten strebe man dafür aber keine Zertifizierungen an.