Die Brauerei Wolters in Braunschweig stellt zum Jahresende die Produktion ein. Das bestätigte eine Sprecherin der Kanzlei Eckert, die mit dem Insolvenzverfahren beauftragt ist. Die rund 90 Beschäftigten wurden am Montagnachmittag über die Schließung informiert.
Die 1627 gegründete Brauerei hatte im Sommer einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Als Grund nannte das Unternehmen Absatzrückgänge auf dem deutschen Biermarkt. Das Insolvenzverfahren wurde zum 1. September eröffnet. Die Suche nach einem Investor für den Produktionsstandort blieb ohne Erfolg, teilte die Insolvenzkanzlei mit. Geschäftsführer Nils Handke bezeichnete den Schritt als „unausweichlich“. „Mit der Schließung des Produktionsstandorts in Braunschweig geht eine Ära zu Ende“, sagte der Geschäftsführer.
Die Gewerkschaft NGG kritisierte die kurze Zeitspanne zwischen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Entscheidung zur Schließung. „Nach außen betrachtet wirkt dieser Vorgang weniger wie ein geordneter Sanierungsprozess als vielmehr wie eine Vollbremsung“, hieß es von der Gewerkschaft.
Kanzlei verhandelt über Fortbestand der Marke
Die Marke Wolters könnte dennoch fortbestehen. Die Kanzlei führt nach eigenen Angaben derzeit Gespräche mit verschiedenen Interessenten über den Erhalt der Marke. Ob das Bier künftig an einem anderen Ort gebraut wird, ist noch offen.
Der deutsche Biermarkt schrumpfte im vergangenen Jahr so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt Anfang Februar berichtete. In den vergangenen Jahren schlossen mehrere Brauereistandorte in Deutschland wegen der Absatzkrise. Zuletzt traf es eine Brauerei in Herford in Nordrhein-Westfalen. Zum Jahresbeginn wurde zudem der Braunschweiger Standort der Oettinger-Brauerei geschlossen. Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum nannte das Aus der Brauerei Wolters „extrem schmerzhaft“. Die Braunschweiger CDU-Ratsfraktion schrieb, die Brauerei gehöre seit Generationen zur Identität der Stadt.