Kleine und mittlere Unternehmen Nur jeder vierte Mittelständler nutzt KI-Agenten

Autonome KI-Systeme spielen im deutschen Mittelstand bislang kaum eine Rolle. Laut einer Studie setzen nur ein Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen sogenannte KI-Agenten ein – größere Firmen sind deutlich weiter. Vor allem mangelndes Vertrauen und unklarer wirtschaftlicher Nutzen bremsen die Verbreitung.

Donnerstag, 24. September 2026, 13:51 Uhr
Manuel Glasfort
KI-Agenten kommen im deutschen Mittelstand einer neuen Untersuchung zufolge bislang selten zum Einsatz. Bildquelle: Lebensmittel Praxis mit Unterstützung von KI

Künstliche Intelligenz in Form sogenannter KI-Agenten spielt im deutschen Mittelstand bislang eine untergeordnete Rolle. Nur rund ein Viertel der befragten kleinen und mittleren Unternehmen setzt solche autonomen KI-Systeme ein. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Yougov hervor, die Alibaba.com und der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland in Auftrag gegeben haben.

Für die Erhebung befragte Yougov nach eigenen Angaben zwischen dem 8. und 15. September 2026 insgesamt 438 Eigentümer, Geschäftsinhaber und Entscheider aus den Bereichen E-Commerce und Beschaffung in Deutschland. Während generative KI-Tools demnach bereits bei fast zwei Dritteln der Unternehmen zumindest gelegentlich zum Einsatz kommen, nutzen erst 24 Prozent der Befragten sogenannte Agentic AI – also KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben ausführen können. Bei Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten liegt der Anteil laut der Studie mit rund 45 Prozent allerdings deutlich höher.

Als größte Hürden für den Einsatz von KI-Agenten nannten die Befragten mangelndes Vertrauen in die Technologie (32 Prozent) sowie einen noch nicht klar erkennbaren wirtschaftlichen Nutzen (31 Prozent). Hinzu kommen den Angaben zufolge Bedenken beim Datenschutz und bei der Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Gleichzeitig sehen die Unternehmen durchaus Entlastungspotenzial: Rund 40 Prozent der Befragten bezeichneten Auftragsabwicklung und Kundenservice als zentrale Belastung, fast ein Drittel verwies auf administrative Überlastung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen ab zehn Beschäftigten hält es der Studie zufolge für möglich, durch KI-Agenten zwischen zehn und über 30 Prozent der operativen Routineaufgaben einzusparen.

Jüngere Entscheider setzen häufiger auf KI-Agenten

Besonders aufgeschlossen zeigen sich laut der Erhebung jüngere Entscheider: In der Gruppe der unter 35-Jährigen nutzt demnach bereits jeder Dritte KI‑Agenten. Jeder Fünfte in dieser Altersgruppe investiere gezielt in KI-Weiterbildung, und mehr als ein Viertel sehe ohne den Einsatz von KI-Agenten mittelfristig Risiken für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. „Viele kleine und mittlere Unternehmen nutzen KI heute bereits, aber häufig noch punktuell“, sagte Patrick Sostmann, Europageschäftsführer von Alibaba.com, laut der Mitteilung. Die nächste Stufe bestehe darin, KI-Agenten stärker in konkrete Geschäftsprozesse einzubinden.

Auch bei der Investitionsbereitschaft zeigen sich den Ergebnissen zufolge Unterschiede nach Unternehmensgröße: Rund 30 Prozent der Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten planen demnach, in den kommenden zwölf Monaten gezielt in KI-Agenten zu investieren. Im Gesamtschnitt aller befragten Unternehmen liegt dieser Anteil bei lediglich 13 Prozent. Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland, betonte in der Mitteilung, dass in vielen Unternehmen „organisatorisch gerade erst die Grundlagen geschaffen“ würden – darunter Strukturen für die Steuerung und Qualitätssicherung von KI-Anwendungen.

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