Tchibo Zurück zu den Wurzeln

Lebensmittel Praxis | 28. April 2011

Der 2006 begonnene Umbau trägt Früchte: Tchibos Umsatz erhöhte sich 2010 um 8 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. In den nächsten Jahren sollen die 820 Filialen umgebaut werden, das Kaffeegeschäft wieder stärker in den Vordergrund rücken.

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Der Gewinn vor Steuern und Zinsen kletterte von 148 auf 288 Mio. Euro. Diese Zahlen nannte Thomas Holzgreve, Vorstand der Holdinggesellschaft Maxingvest, nach einer dpa-Meldung. „Damit können wir ganz zufrieden sein", sagte er. Die Ebit-Rendite liege mit 8,5 Prozent auf einem guten Niveau.

Tchibo hatte 2006 wegen rückläufiger Gewinne ein Programm mit dem Titel „Stärken stärken" aufgelegt und im vergangenen Jahr abgeschlossen. In Deutschland wurden rund 300 Filialen geschlossen und die Zahl der Tchibo-Depots im LEH von 12.000 auf 8.400 reduziert. Gleichzeitig überarbeitete Tchibo das Sortiment, modernisierte die gesamte Organisation, strich Arbeitsplätze und verringerte die Zahl der unverkauften Rückläufer im Warenbestand.

In den 820 Tchibo-Filialen in Deutschland solle in den kommenden drei Jahren der Kaffeeausschank wieder ein größeres Gewicht erhalten; es soll in allen Filialen Sitzecken geben und kleine Snacks. „Wir besinnen uns auf unsere Wurzeln", sagte Holzgreve.

Das Tchibo-Geschäftsmodell mit einem wöchentlich wechselnden Sortiment von Nonfood-Artikeln werde noch effizienter umgesetzt, so Holzgreve weiter. Dazu liege ein besonderer Fokus auf dem Online-Handel sowie dem Ausbau des Geschäfts in Österreich, der Schweiz und Osteuropa. Der Tchibo-Auslandsanteil von 22 Prozent soll mittelfristig auf 30 Prozent steigen.

Beim Thema Portionspackungen und Automaten bemüht sich Tchibo, nach einem verpatzten Start in den Markt wieder Anschluss zu gewinnen. Der Marktführer für Filterkaffee habe in diesem wachsenden Segment Boden gut gemacht, sagte Holzgreve. Der Marktanteil der Tchibo-Maschine „Cafissimo" sei um 4 Prozentpunkte gestiegen; bei den Kaffeekapseln liege Tchibo bundesweit auf Rang drei.

Im laufenden Jahr rechnet Tchibo wegen höherer Einkaufspreise für Kaffee und Baumwolle sowie gestiegener Frachtraten mit einem leichten Rückgang des Gewinns. Nicht alle Kosten könnten an die Kunden weitergegeben werden. Die Kaffeepreise seien nach zwei Erhöhungen um jeweils 50 Cent zurzeit ausreichend.