Schufa-Auswertung Immer mehr Verbraucher geraten erstmals in Zahlungsnöte

Der Anteil der Verbraucher mit Zahlungsstörungen ist laut Schufa auf 8,1 Prozent gestiegen. Besonders auffällig: Die Zahl der Menschen, die erstmals in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, wuchs um 12 Prozent. Schufa-Chefin Tanja Birkholz sieht dennoch keine Verschuldungskrise.

Donnerstag, 08. Oktober 2026, 13:40 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Ebbe im Portemonnaie: Immer mehr Verbraucher in Deutschland geraten in Zahlungsschwierigkeiten. Bildquelle: Getty Images

Immer mehr Verbraucher in Deutschland geraten in Zahlungsschwierigkeiten. Der Anteil der Personen mit Zahlungsstörungen stieg im vergangenen Jahr auf 8,1 Prozent, nach 7,9 Prozent im Vorjahr. Das geht aus einer Auswertung der Schufa hervor, die die Wirtschaftsauskunftei in Wiesbaden veröffentlichte. Als Ursachen nannte die Schufa die hohen Lebenshaltungskosten und die schwache Konjunktur.

Besonders auffällig: Die Zahl der Menschen, die erstmals in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, nahm 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent zu. Laut dem Risiko- und Kreditkompass der Schufa müssen Verbraucher „seit 2022 deutlich höhere Preise zahlen, insbesondere für Lebensmittel und Energie“. Erstmalige finanzielle Engpässe privater Haushalte beobachtet die Auskunftei den eigenen Angaben zufolge seit dem Inflationsschub Mitte 2021 bis 2023.

Auch die Zahl der Privatinsolvenzen stieg erneut: um 8,3 Prozent auf 88.000 Anträge im vergangenen Jahr. Allerdings lag dieser Wert laut Schufa unter den Höchstständen der Jahre 2006 bis 2012, als jeweils mehr als 100.000 Anträge eingereicht worden seien. Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz sagte dem „Focus“: „Von einer Pleitewelle der Deutschen kann keine Rede sein.“ Eine „Verschuldungskrise“ sehe sie nicht.

Schufa: Mehr als die Hälfte der Privatinsolvenzen betrifft 30- bis 49-Jährige

Mehr als die Hälfte der neuen Privatinsolvenzen entfiel der Auswertung zufolge auf Personen im Alter von 30 bis 49 Jahren. Weitere 13 Prozent betrafen die Altersgruppe der 20- bis 29‑Jährigen. Unter den Antragstellern waren 58 Prozent Männer und 42 Prozent Frauen. Nur ein Prozent der Betroffenen war älter als 74 Jahre.

Die Schufa stützt ihre Analyse nach eigenen Angaben auf historische Daten zu rund 69 Millionen Verbrauchern in Deutschland, die zum 31. Dezember 2025 in ihrem archivierten Datenbestand erfasst waren.

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