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Welche Arbeitgeber Danke sagen Bonus für die Helden

Heidrun Mittler | 08. Juni 2020
Welche Arbeitgeber Danke sagen: Bonus für die Helden
Bildquelle: Deutsche Post DHL Group

Das haben sich die Mitarbeiter im Handel redlich verdient! Sie erhalten in der Corona-Krise Wertschätzung als „Helden des Alltags“. Welche Arbeitgeber ihre Anerkennung durch Bonuszahlungen oder -prämien zeigen. 

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In den letzten Wochen war das Arbeiten wirklich kein Zuckerschlecken. Während sich ein Großteil der berufstätigen Bevölkerung ins Home-Office verzog, mussten sich die Lebensmittelhändler jeden Tag aufs Neue auf der Fläche beweisen. Zur Angst vor dem unsichtbaren Virus kam der Ansturm der Kunden auf Klopapier und Hefe hinzu. Viele Mitarbeiter auf der Fläche und in der Logistik haben Überstunden gebuckelt und sind an ihre Grenzen gestoßen. Wenigstens wurden sie – ebenso wie die Arbeitenden im Gesundheitswesen – in den Medien gefeiert und beklatscht.

DHL, Anbieter von Expressdienstleistungen, hat als Dank für seine Mitarbeiter ein Frachtflugzeug neu geschmückt (Foto), als Dankeschön für „den unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter und allen mutigen Beschäftigten im Gesundheitswesen“.

Weniger öffentlichkeitswirksam, aber sehr willkommen, sind hingegen Anerkennungen, die sich direkt im Geldbeutel der Angestellten bemerkbar machen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat die Basis geschaffen, damit Prämien ohne den Abzug bei den Beschäftigten ankommen. In der Corona-Krise werden Sonderzahlungen für Beschäftigte bis zu einem Betrag von 1.500 Euro im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt. Hier ein Überblick, welche Handelsunternehmen ihre Wertschätzung auf diese Art und Weise geäußert haben.

Aldi Süd und Nord haben nach eigener Aussage 20 Millionen Euro für Bonuszahlungen bereitgestellt. Bei Aldi Süd erhalten Mitarbeiter aus Verkauf, Logistik und Verwaltung in den Regionalgesellschaften einen Warengutschein in Höhe von bis zu 250 Euro. Bei Aldi Nord bekommen alle tariflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Regionalverkaufsleiter, die sich seit dem 01.03.2020 in einem Arbeitsverhältnis befinden, einen Warengutschein im Wert von 250 Euro. Alle Auszubildenden erhalten zudem einen Warengutschein in Höhe von 100 Euro.

Lidl und Kaufland haben sich bei ihren 140.000 Mitarbeitern in den Filialen, in der Logistik sowie in den Fleischbetrieben mit einer Sonderzahlung von bis zu 250 Euro bedankt, in Form eines Warengutscheins. Außerdem weisen die Unternehmen darauf hin, dass sie zu den wenigen Lebensmittelhändlern in Deutschland gehören, die tarifgebunden sind. „Die Arbeitszeit unserer tariflichen Mitarbeiter wird grundsätzlich erfasst. Dabei gilt: Jede geleistete Minute wird vergütet. Mehrarbeit wird vergütet oder in Freizeit ausgeglichen.“

Ein Vorreiter in Sachen Dankeschön ist die Rewe Group. Sie hat schon seit Mitte März über Sonderleistungen informiert, und das in allen Ländern, wo sie tätig ist. Allein in Deutschland addieren sich diese Sonderzahlungen für die Mitarbeiter in den Märkten und der Logistik (Rewe und Penny) auf mehr als 20 Millionen Euro. Die Boni werden hierzulande auf die Mitarbeiterkarten der Angestellten gebucht. In anderen Ländern, wie Italien oder Österreich, gab es Sonderleistungen in Form von Warengutscheinen, Gehaltszulagen, oder die Auszahlung von Überstunden.

Bei Tegut beinhaltete die Maiabrechnung für die Mitarbeiter in den Filialen, der Logistik sowie der Herzberger Bäckerei eine Prämie, insgesamt hat das Unternehmen sich das 1,3 Millionen Euro kosten lassen.

Der regionale Discounter Netto Stavenhagen, Tochter des skandinavischen Unternehmens mit 350 Filialen in Deutschland, hat an Mitarbeiter in den Märkten und Lagern Warengutscheine in Höhe von 150 Euro ausgegeben. Verwaltungskräfte erhielten 50, Auszubildende 75 Euro. Die Mehrarbeit, die gegebenenfalls angefallen ist, wird auf den regulären Arbeitszeitkonten erfasst und entsprechend vergütet beziehungsweise in Freizeit ausgeglichen.

Für die Globus-Gruppe antwortet Jochen Baab, Sprecher der Geschäftsführung bei Globus SB-Warenhaus: „Wir sind unfassbar stolz auf die Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was wir auch bereits zum Ausdruck gebracht und mit einer Prämie in Form eines Einkaufsgutscheins sowie zusätzlichen Urlaubstagen für alle unsere Mitarbeiter honoriert haben.“

Die Edeka-Zentrale macht keine Angaben zu Sonderprämien. Die selbstständigen Edeka-Kaufleute entscheiden ohnehin individuell über eventuelle Boni an ihre Teams.

Für Unmut in Teilen der Belegschaft sorgte das Vorgehen der Edeka-Tochter Netto, Maxhütte-Haidhof. Der Discounter, der die Anfrage der Redaktion nicht beantwortet hat, belohnte seine Mitarbeiter mit einer Rabattkarte. Damit kann man im Discounter einkaufen und erhält einen Nachlass von 20 Prozent, bis zu einer Obergrenze von 600 Euro. Das entspricht einer maximalen Ersparnis von 120 Euro. Die Kritik, die in solcher und ähnlicher Form in den sozialen Medien geäußert wird: Erst einmal muss der Netto-Mitarbeiter 480 Euro ausgeben, um in den Genuss der maximalen Ersparnis zu kommen. „Das Geld muss man auch erst mal haben“, äußert ein Betroffener gegenüber der Lebensmittel Praxis. Und weiter: „Bis auf Marktleiter sind alle Mitarbeiter an der Front nur Teilzeitkräfte oder geringfügig Beschäftigte. Viele sind froh, wenn sie alle Rechnungen bezahlen können. Da bleibt nicht viel übrig für ausgiebiges Lebensmittel-Shopping.“