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Die Marke Lünebest feiert 2012 ihr 50-jähriges Bestehen. Stichfest war schon der erste Joghurt (siehe Text oben auf dieser Seite), und noch heute zeichnen sich die meisten Produkte der Marke durch diese Eigenschaft aus. Schwerpunkt sind inzwischen Desserts, oft Zwei-Komponenten-Produkte, wie (Wackel)Pudding mit Soße oder auch die Süße Welle. Der erst 2009 eingeführte 250-g-Becher Mousse au Chocolat ist heute nach Angaben des Marktforschungsinstituts Nielsen einer der best rotierenden Mousse-au-Chocolat-Artikel im Markt. Schnelldreher waren die Lünebest-Artikel oft. Schon 1980 glückte der Sprung über den Atlantik, Grocers Dairy Comp wurde Lizenznehmer. In Deutschland setzte die experimentelle Band „Einstürzende Neubauten“ dem Joghurt mit dem Instrumentalstück „Lünebest“ ein musikalisches Denkmal (Album „Stahldubversions“).
2003 übernahm Hochwald vom Nestlé-Konzern die Marken Glücksklee, Bärenmarke und Lünebest. Deren Vermarktung läuft über die Tochterfirma Allgäuer Alpenmilch. Deren Motto und Erfolgsrezept lautet „traditionell und innovativ“ zu sein. Die Pflege und Weiterentwicklung der Marken ist hierzu eine grundlegende Voraussetzung, um gemeinsam mit dem Handel ein profitables Wachstum zu generieren. Dabei stehen Produkte mit einem hohen Differenzierungs- und Innovationsgrad im Fokus. Zusammen mit den Marken der Muttergesellschaft war die Allgäuer Alpenmilch GmbH im Jahr 2010 mit einem Markenumsatzwachstum von 10 Prozent das am stärksten wachsende Unternehmen der erweiterten Weißen Linie, also inklusive der Basisprodukte.
Die teuerste Dose Alpenmilch (Bärenmarke-Kondensmilch) wurde übrigens 1923 in Köln verkauft, für 35 Billionen Reichsmark. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren dann die harten Zeiten vorbei. Die bis dato relativ grimmig reinschauende Bärenmutter, die ihr Junges mit der Flasche füttert, wurde 1951 durch den lächelnden Plüschteddy ersetzt, der seither bewegte Zeiten erlebt. 1957 steigt der Bär in die Filmbranche ein, macht Kinowerbung, 1960 produziert die Firma Steiff den Bärenmarke-Plüschteddy, 1967 – kurz nach dem Start des Farbfernsehens in Deutschland – flimmern die ersten Bärenmarke-TV-Spots in die deutschen Haushalte. Bevor der Name das erste Mal erwähnt wird, sind zwei Minuten um.
Danach wurde der Bär ungeduldiger und wollte zusammen mit dem WWF-Panda, die Braunbären in den Alpen retten, putzte für diesen guten Zweck die Fenster eines Frankfurter Wolkenkratzers, arbeitete im Hamburger Nobelhotel Atlantik und auf dem Münchner Viktualienmarkt. Er verschwand sogar aus seinem eigenen Logo und schwört seither auf Guerilla-Marketing
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1892 gründet der „König der Hoteliers und Hotelier der Könige“, César Ritz, die Berner Alpen-Milchgesellschaft. In der Fabrik bei Konolfingen wird das Sterilisieren erfunden, Kondensmilch ist nun lange haltbar. 1905 entsteht die neue Fabrik in Biessenhofen/Allgäu. 1912 ist Bearbrand in England und den Kolonien erhältlich.
{tab=Bärenmarke}
1912 kommt die erste ungezuckerte 10-prozentige Kondensmilch aus Deutschland auf den Markt. Im Etikett: eine Bärin, die ihr Junges mit einer Milchflasche füttert. Ursprung ist das Wappen des Kantons Bern, das sich im Firmenlogo der 1892 gegründeten Berner Alpen Milchgesellschaft findet.
{tab=Lünebest}
1920 kauft Familie Stamer die 1893 gegründete Central-Molkerei Lüneburg. 1962 verleihen die selbst kultivierten Milchsäurebakterien von Sohn Hans Joghurt eine lange, natürliche Haltbarkeit. „Lünebest Spezial-Joghurt“ ist stichfest und reift im Glas, später im Becher. Marken- und Firmenzeichen entstehen.
