Gewinner Supermarkt des Jahres 2020 Qualityland

Mit dem Umbau des Rewe in Frankfurt Grünhof ist Marktleiter Andreas Retzlaff ein Balanceakt gelungen, der die Juroren beim Supermarkt des Jahres überzeugt hat. Einige der Änderungen: Regionales bekommt die Sonderplatzierung zurück, Käse eine eigene Bedientheke.

Freitag, 27. November 2020 in Management
Elena Kuss
Artikelbild Qualityland
Bildquelle: Mirco Moskopp

Die Blumen am Markteingang leuchten und lenken den Blick über die farbenfrohe Obst- und Gemüseabteilung zu den Bedientheken. Die schwarze Decke vergrößert den Raum optisch und sorgt für einen starken Kontrast zu den hellen Möbeln. Die Wochenmarktatmosphäre wird durch den nach Frankfurts Essmeile „Fressgass‘“ benannten Gastrobereich inklusive heißer Theke unterstrichen. Der Untermieter „Eat happy“ bereitet vor Ort frisches Su-shi vor. Die Convenience-Frische-Kühlschränke mit Glastüren wirken elegant. Ein Aufkleber verrät, dass sie mit CO2 betrieben werden.

Seit dem Umbau im Jahr 2018 – übrigens während des laufenden Betriebs – hat sich viel verändert im Rewe-Markt im Frankfurter Grünhof, der in der Kategorie „Filialen ab 2.000 Quadratmeter“ zum Supermarkt des Jahres 2020 gekürt wurde. Eines ist jedoch gleich geblieben: der Kundenlauf. Marktleiter Andreas Retzlaff erklärt: „Wir haben viele Stammkunden, und da ist es wichtig, dass alles am gewohnten Platz bleibt.“ Wegen der 1,80 Meter hohen Regale kann man nicht durch den ganzen Markt blicken, Sortimentsschilder helfen den Kunden, sich zurechtzufinden. Ausprobieren sei wichtig, so Retzlaff. Manchmal lohne es sich aber auch, wieder zurück zum ursprünglichen Ansatz zu kommen. So ist die „Landmarkt“-Ware, eine Marke für Lebensmittel aus landwirtschaftlicher Direktvermarktung, wieder extra platziert. Die teils gekühlte Sonderplatzierung bietet für die typische „Ahle Wurscht“ besonders viel Platz. Retzlaff startete vor 14 Jahren als erster Händler in Regie die Zusammenarbeit mit der Marke „Landmarkt“. Heute beliefern ihn mehr als 120 Direktvermarkter.

Regionalität vor Bio
Dass es in der „Landmarkt“-Truhe manchmal zu Lücken kommt, akzeptiere der Konsument. „Kunden lernen, dass es Lamm donnerstags und Geflügel freitags gibt. Sie richten sich darauf ein“, sagt Retzlaff. Der Bio-Anteil stagniert dagegen. „Bei uns geht es weniger um Bio, dafür mehr um regional“, erklärt der Marktleiter.

Eine Insel für Käse
Hauptgrund für den Umbau war der Wunsch nach einer eigenen Käsetheke in Bedienung. Die Theken sind nun auf zwei getrennte Bedieninseln aufgeteilt: eine Theke für Wurst, Fleisch, Fisch, eine für Käse. Die Backstation bildet die Rückseite der Käsetheke. Der Kunde kann die beiden Inseln umrunden. Vielleicht sogar unendlich oft, denn der Kundenlauf erinnert an eine liegende Acht. SB-Kühlschränke mit Wurst, Fleisch, Butter laufen neben den Bedientheken entlang. Optisch erinnern die gläsernen Türen, die sich nahtlos aneinanderreihen, etwas an eine Autobahn. Die holzgetäfelte Weinabteilung bietet dazu einen angenehmen Ausgleich. Der neue elektronische Weinfinder wartet mit zusätzlichen Informationen und passenden Rezepten zum gewählten Wein auf. Wer will, kann sich diese auch gleich ausdrucken.
An der Infotheke, die sich direkt hinter dem Gastrobereich befindet, werden Präsentkörbe nach Kundenwunsch gepackt. Es gibt jedoch auch immer eine kleine Auswahl an Geschenken direkt zum Mitnehmen. Die Begleitung älterer Menschen wird angeboten.
Über den neun Kassen prangen große Monitore mit den neuesten Informationen. Insgesamt gibt es elf Bildschirme im Markt. Ein bargeldloser Self-Check-out ist geplant.

Fakten im Fokus

3.500 qm Verkaufsfläche
119 Mitarbeiter
48.140 gelistete Artikel
21,94 Euro Durchschnittsbon
6 Kassen
von montags bis freitags: 7 - 24 Uhr, samstags 7 - 23.30 Uhr