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Wasgau Großhandel mit Einbußen

Sonja Plachetta | 30. März 2020
Wasgau: Großhandel mit Einbußen
Bildquelle: Alexander Münch

Wasgau beendet das Geschäftsjahr 2019 unter den eigenen Erwartungen. Im Einzelhandel liegt 2020 der Fokus auf Markt-Modernisierungen.

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Wie die meisten Lebensmittelhändler, profitiert auch Wasgau derzeit von den durch die Corona-Krise ausgelösten Zusatzeinkäufen der Verbraucher. „Wir verspüren aktuell einen steigenden Umsatz und Absatz, der sicher aber nur von temporärer Dauer sein wird“, heißt es aus Pirmasens. Trotz dieser erhöhten Nachfrage sei die Warenversorgung in allen Produktsegmenten in den 75 Wasgau-Märkten gesichert.

Ungeachtet dieser „äußert herausfordernden Situation“ erwartet das Unternehmen für 2020 einen Konzern-Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von sechs bis acht Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2019 hatte es bei 8,1 Millionen Euro gelegen. Außerdem sind für 2020 Investitionen in Höhe von 14,5 Millionen Euro vorgesehen, die insbesondere in den neuen Standort in Schönenberg-Kübelberg sowie in den Komplettumbau von vier Märkten auf das aktuelle Wasgau-Layout fließen. Im Neubau sowie in den Relaunch-Märkten in Mommenheim und Nieder-Olm wird das Gastronomie-Konzept „Himmel & Herd“ integriert. Mit diesem Konzept soll „der Bezugspunkt im örtlichen Umfeld zusätzlich zum bereits vorhandenen Caféhaus-Charakter“ ausgebaut werden, so das Unternehmen.

Im Geschäftsjahr 2019 ging der Konzern-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 545,3 Millionen Euro zurück. „Dies entspricht nicht den Erwartungen, die wir in das Jahr 2019 hatten“, heißt es aus Pirmasens.

Im Großhandel verringerte sich der Umsatz von 150,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 145,8 Millionen Euro. Grund seien die geringeren Umsätze im exportorientierten Umfeld im Cash + Carry. Wesentlich für die Umsatzreduzierung sei der um 9,1 Prozent rückläufige Umsatz mit Kunden im übrigen Großhandel. „Diese Entwicklung, die durch den Ausfall eines Kunden im E-Commerce-Umfeld und die rückläufigen Umsätze mit selbstständigen Einzelhändlern ursächlich ist, war in ihrem Umfang nicht absehbar“, heißt es in der Unternehmensmeldung. Im originären Geschäftsfeld der sechs C+C-Betriebe mit Gastronomie und Großverbrauchern wurde der Umsatz um 1,2 Prozent gesteigert.

Im Segment Einzelhandel erwirtschaftete Wasgau 399,4 Millionen Euro (Vorjahr: 395,9 Millionen Euro) erzielt. Im Handelswarensortiment der Wasgau-Frischemärkte stieg der Umsatz um 0,5 Prozent. Die Wasgau-Bäckerei verzeichnete einen Zuwachs von 4,8 Prozent, die Wasgau-Metzgerei einen von 0,2 Prozent.

Im Jahr 2019 wurden im letzten Tertial vier Filialen neu eröffnet und unterjährig vier Filialen geschlossen. Ein Markt war für einen Umbau sieben Monate geschlossen. Die zeitliche Diskrepanz zwischen den unterjährigen Schließungen und den Neueröffnungen gegen Jahresende sei zusammen mit der temporären Marktschließung verantwortlich für das geringe Umsatzwachstum in der Gesamtjahresbetrachtung sowie für die mit 3.813 Euro leicht schwächere Netto-Umsatzleistung je Quadratmeter im Vergleich zum Vorjahr (3.873 Euro). Die Verkaufsfläche hat im Vergleich zu 2018 am Stichtag 31. Dezember um 2.506 Quadratmeter auf 104.746 Quadratmeter erhöht.