Umsatzwachstum - Edeka Plus-Effekt

Discount und SEH schieben die Edeka-Gruppe an.

Montag, 30. August 2010 - Management
Markus Oess

„Das Geschäftsjahr 2009 stand im Lichte der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten“, stellt Markus Mosa, Vorstands-Chef der Edeka Zentrale, bei der Vorlage der Unternehmensbilanz voran. Und die fällt unterm Strich ziemlich positiv aus. Die Gruppe steigerte 2009 den Einzelhandelsumsatz um 18,7 Prozent auf 38 Mrd. Euro. Mosa stellt den Selbstständigen Einzelhandel als Wachstumsmotor heraus, der um 5,5 Prozent (17 Mrd. Euro) zulegte. Auf vergleichbarer Fläche waren es 2 Prozent. Die Umsatzrendite des Selbstständigen Bereichs betrug 4 Prozent. Ebenso positiv wirkte die Übernahme der 2.300 Plus-Standorte durch Netto. Die Umstellung auf Netto Marken-Discount verläuft laut Mosa nach Plan. Bis Mitte 2010 soll das Ganze abgeschlossen sein. Die im Jahresverlauf umgeflaggten Märkte erzielten Zuwachsraten von durchschnittlich 12 Prozent. Zum Jahresende belief sich der Umsatz des Unternehmens auf 9,9 Mrd. Euro – ein Umsatzschub von 137 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Filialen ist um mehr als das Doppelte auf bundesweit 3.881 Standorte gewachsen. Flächenbereinigt ergab sich bei den „alten“ Netto-Standorten ein Minus von 2,6 Prozent, bedingt durch Preisverfall und gewisse Kannibalisierungseffekte.Großflächen für Kaufleutech für Marktkauf registriert Mosa den Umkehrschub. 13 der zum Stichtag 168 Standorte sind privatisiert und in drei Regionen sei die Umsatzwende geschafft. Dies sei der Beweis, dass das Unternehmermodell auch auf der großen Fläche funktioniere. „Nur Standorte ohne konzeptionelle Veränderungen verlieren noch Umsatz“, so Mosa. Mittelfristig sieht die Edeka 100 Standorte, die für eine Abgabe an Kaufleute infrage kommen. Insgesamt sank die Zahl der Regie-Standorte von 1.744 auf 1.642, 86 Filialen gingen an die Kaufleute. Die Gruppe will 2010 rund 1,4 Mrd. Euro, in etwa auch das Ebit der Gruppe, investieren. Davon entfallen 714 Mio. Euro auf die Zentrale und die Regiebetriebe sowie 690 Mio. Euro auf die Kaufleute. Nach wie vor schwört die Genossenschaft auf die Marke, will aber das Eigenmarkengeschäft ausbauen, um damit Zusatzumsatz zu generieren.