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Händlerumfrage Mehrwert für die Kunden

Sonja Plachetta | 06. Oktober 2014

Mit Innovationen können sich Lebensmittelhändler profilieren. Echte Neuheiten schaffen Kaufanreize und lassen den Markt, in dem sie angeboten werden, attraktiv erscheinen. Doch die Industrie liefert zu wenig echte Innovationen, monieren Händler.

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Für Lebensmittelhändler sind Innovationen von essenzieller Bedeutung – sowohl, was selbst entwickelte als auch, was von der Industrie lancierte angeht. „Innovationen sind der Motor unseres Handelns“, erklärt Tilo Lehmann, Marktleiter von Karstadt Perfetto in Wiesbaden. „Sie zeigen, dass wir uns als Unternehmen weiterentwickeln, um für unsere Kunden attraktiv zu bleiben.“ Für Dietmar Tönnies, Rewe-Händler aus Odenthal, helfen Produktneuheiten dem Kunden, neue Bedürfnisse zu erkennen und zu decken. Auch Edeka-Kaufmann Sven Komp aus Wesel bekräftigt: „Produktinnovationen der Industrie bedeuten durchaus Wachstumschancen für uns.“ Allerdings nur, wenn es sich auch um echte Neuheiten handelt und wenn zumindest eine gewisse Exklusivität der Neuheiten im Sortiment als Abgrenzung vom Wettbewerb gegeben ist.

Aus Sicht der Händler ist das zu selten der Fall. So hatte schon Edeka-Chef Markus Mosa im Frühjahr moniert, dass die Industrie innovationsscheu und nicht mutig genug sei. Ähnlich sieht das Tilo Lehmann: „Man hat heute das Gefühl, dass Neuheiten im Gießkannenprinzip in den Markt geschüttet werden, in der Hoffnung, dass sich einige wenige Artikel daraus schon beim Verbraucher durchsetzen werden.“ Auch Uli Budnik, Rewe-Händler in Dortmund, findet die Industrie nicht kreativ genug: „Es gibt viel zu viele Me-too-Produkte in allen Bereichen.“ Oft verkauften die Firmen exotische oder saisonale Neuschöpfungen bekannter Produkte als Neuheiten, sagt Komp. „Diese verschwinden aus den Regalen meist so schnell, wie sie gekommen sind.“

Um Flops zu vermeiden, müsse die Industrie am Mehrwert für den Kunden arbeiten. „Wenn dieser vom Kunden erkannt wird, dann setzt sich ein Produkt auch dauerhaft durch“, meint Komp. Ein gutes Beispiel dafür ist für ihn die Currywurst von Meica aus dem Kühlregal. Für Tönnies erfüllt dieses Kriterium im Rheinland etwa die Fassbrause von der Firma Gaffel. Budnik führt die Kaffeekapseln an, Lehmann nennt als Paradebeispiel Produkte von Ferrero.