Lebensmittel-Forum Logistik Preise steigen langsam - Citylogistik im Lebensmittelhandel

Die Konjunktur und damit auch die Transportkosten ziehen an. Allmähliche Anpassungen werden fürs kommende Jahr erwartet.

Mittwoch, 15. Dezember 2010 - Rückblick
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Preise steigen langsam - Citylogistik im Lebensmittelhandel
Bildquelle: Hoppen

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Citylogistik im Lebensmittelhandel

Lebensmittellogistiker müssen sich auf mehr Restriktionen bei der Innenstadtbelieferung einstellen. Umweltinitiativen der Wirtschaft können dies jedoch verhindern, wie das Beispiel Nürnberg zeigt. Dort gibt es bislang keine Umweltzone, weil die Unternehmen sich aus eigenem Antrieb engagieren. „Eine Umweltzone hätte nur geringe Effekte auf die Emissionsminderung", sagt Ulrich Schaller, Verkehrsreferent der Industrie- und Handelskammer Mittelfranken. Viel mehr habe die Reduzierung des Schwerverkehrs durch die Verlagerung eines Terminals für kombinierten Verkehr gebracht. „Dadurch fahren nun 600 Fahrzeuge jeden Tag weniger durch den Innenstadtbereich", berichtet Schaller. Stickoxide reduzierten sich nach einer ersten Schätzung jährlich um 15 t, Feinstaub um 0,3 t.

Außerdem startete im März dieses Jahres eine Kooperation von drei Getränkeherstellern und zwei Getränkelogistikern unter wissenschaftlicher Leitung der Georg-Simon-Ohm Hochschule. Das Projekt wird vom Bayerischen Umweltministerium mit einem fünfstelligen Betrag gefördert und ist auf eineinhalb Jahre angelegt.

Hauptziel ist, den Lieferverkehr in die Innenstadt zu verringern, ohne dass Sortiment und Service leiden. Über die Einrichtung eines Cross-Docking-Zentrums am Rande der Stadt wollen die Partner den Lieferverkehr bündeln. „Durch die Bündelung der Fahrten lässt sich die Zahl der Stopps und der Fahrkilometer in der City deutlich reduzieren, weil die Gastronomen nicht mehr gleichzeitig von mehreren Lieferanten bedient werden. Das schafft Einsparungspotenziale bei der Feinstaub-, Stickoxid- und CO2-Belastung", berichtet Schaller. So ließe sich im Modell die Zahl der Anlieferungen von 40 auf 13 verringern, was einer Reduktion der Fahrten um 70 Prozent entsprechen würde.

Künftig will man weitere Partner einbeziehen. Das können Kleinbrauereien oder Gemüsehändler sein, die wie Getränkelogistiker auch auf bestimmte Lieferzeitfenster angewiesen sind. Umweltengagierte und kooperationsbereite Unternehmen sollen in Nürnberg Anreize erhalten, zum Beispiel die Möglichkeit, in Fußgängerzonen auch außerhalb der Lieferzeitfenster einfahren zu können. Darüber hinaus sollen Lieferfahrzeuge, die mit Erdgas oder elektrisch betrieben werden, genau so günstige Durchfahrmöglichkeiten innerhalb der Innenstadt bekommen, wie sie bisher nur für Busse oder Taxis gültig sind.