Vogelgrippe Virus verbreitet sich weiter

Rund um den Rostocker Breitling hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt im Kampf gegen die Vogelgrippe eine Stallpflicht für Geflügelhalter angeordnet. In einer aktualisierten Risikoeinschätzung geht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) von einer weiterhin großen Gefahr aus, dass sich das Virus weiter in Geflügelhaltungen verbreitet.

Mittwoch, 18. November 2020 - Sortiment-Nachrichten
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Virus verbreitet sich weiter
Bildquelle: Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.

Rund um den Rostocker Breitling muss innerhalb eines 500 Meter breiten Uferstreifens um das Gewässer Geflügel ab sofort in geschlossenen Ställen oder ähnlichen Schutzvorrichtungen untergebracht werden. Das Gebiet ist als Rast- und Sammelplatz für Wildvögel bekannt. 

Nachdem das Geflügelpestvirus H5N8 in mehreren Beständen in Mecklenburg-Vorpommern gefunden worden war, mussten Agrarminister Till Backhaus (SPD) zufolge bereits rund 100.000 Puten, Enten und Hühner getötet werden. In mehreren Regionen gilt derzeit eine generelle Stallpflicht. Backhaus sprach sich für eine Ausweitung auf das ganze Land aus. Darüber solle am Freitag nach einer Auswertung mit Experten entschieden werden.

In Schleswig-Holstein sind nach Angaben des Umweltministeriums bislang keine neuen Fälle von Geflügelpest bestätigt worden. Es gebe jedoch weitere Verdachtsfälle, die derzeit im FLI überprüft würden, sagte ein Ministeriumssprecher. 

Am Dienstag war der Erreger in einem Nutzgeflügelbetrieb in Emmelsbüll-Horsbüll im Kreis Nordfriesland nachgewiesen worden. Dort mussten mehr als 1.000 Enten, Gänse und Masthähnchen getötet werden. Es war nach Angaben des Ministeriums der dritte Ausbruch der Geflügelpest in Hausgeflügelbeständen in Schleswig-Holstein.

In einem Geflügelbestand im Landkreis Aurich ist ebenfalls die Vogelgrippe festgestellt worden. Betroffen sei eine Kleinsthaltung mit insgesamt rund 35 Hühnern und Puten in der Gemeinde Großheide, wie der Landkreis mitteilte. Da die Tiere in dem Bestand für den Eigenbedarf des Halters produzierten, sei nach der Geflügelpestverordnung auf die Einrichtung eines Sperrbereichs verzichtet worden. Der Bestand wurde demnach vollständig geräumt.

Das FLI in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern warnte unterdessen vor einer weiteren Ausbreitung der Tierseuche. Das Risiko, dass sich Erreger der Subtypen H5N8 und H5N5 weiter ausbreitete, sei groß, heißt es in der aktualisierten Risikoabschätzung des Instituts. Das betreffe besonders Geflügel in der Nähe von Wasservogelrastplätzen und Sammelplätzen von Wildvögeln. Der Erreger des Subtyps H5N8 wird seit dem 4. November auch in Geflügelbeständen festgestellt. Bundesweit sind laut FLI bisher zehn Haltungen betroffen, darunter auch große Betriebe wie eine Putenmast mit mehr als 16.000 Tieren auf Rügen und ein Betrieb mit mehr als 50.000 Legehennen im Landkreis Rostock.

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