Farm & Food 4.0 Landwirtschaft und Handel müssen neu denken

Lebensmittel Praxis | 22. Januar 2019
Farm & Food 4.0:  Landwirtschaft und Handel müssen neu denken

Bildquelle: Sabine Rübensaat/Deutscher Bauernverlag GmbH

Neue digitale Vertriebsstrukturen vom Acker bis zur Ladentheke: Auf dem Kongress Farm & Food 4.0. zur Digitalisierung der Nahrungsmittelwirtschaft diskutierten mehr als 400 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über zukunftsfähige Agrifood-Systeme.

Die Rolle des Handels sei dabei klar definiert, betonte Fabio Ziemßen, Director Food Innovation der Metro: Der Handel müsse moderne Technologien und Produkte für den Verbraucher „übersetzen“. „Die klassische Distribution von Ware wird zunehmend von Marktplätzen oder neuen Playern übernommen“, so Ziemßen und forderte neue Ideen. „Ein Supermarkt hat die Aufgabe, die Ernährung mit dem Kunden zu personalisieren“, ergänzte Food-Expertin Dr. Simone Frey (Future of Nutrition). In Großbritannien stellte der Handel Kunden schon einen ‚persönlichen Ernährungsberater‘ an die Seite.

Eine große Rolle spiele dabei die Vernetzung von der Produktion bis hin zum Verbraucher, erläuterte Markus Mühleisen von Arla Foods. Die Daten seien auch bereits verfügbar, aber „sie fließen nicht“, werden nicht miteinander verknüpft.

„Die Landwirtschaft ist Treiber und Vorreiter der Digitalisierung“, unterstricht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die Digitalisierung verändere die Welt gerade in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, auch in der Landwirtschaft. Insbesondere Städtern sei vielfach überhaupt nicht bewusst, wie innovativ die Landwirtschaft sei und in welchem Maße sie digitale Technik bereits nutze, sagte Klöckner. Sie kündigte an, bis 2022 insgesamt 60 Mio. Euro für das Bundesprogramm Digitalisierung in der Landwirtschaft bereitzustellen.