Deutsche Winzer haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Wein in die USA exportiert. Die Ausfuhrmenge sank um 11 Prozent auf 118.000 Hektoliter, wie das Deutsche Weininstitut bei der Weinmesse Prowein in Düsseldorf mitteilte. Der Umsatz brach um 19 Prozent auf 51 Millionen Euro ein.
Grund für den Rückgang sind hohe Zölle, die seit Frühjahr 2025 auf europäische Weinimporte in die USA erhoben werden. Zunächst fielen 20 Prozent Zoll an, seit August sind es 15 Prozent. Die Winzer gewährten deutliche Preisnachlässe, damit ihre Weine am US-Markt nach der Zollbelastung nicht zu teuer wurden. Der Ausfuhrwert sank im Schnitt um 41 Cent auf 4,43 Euro pro Liter.
Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für deutsche Winzer. Diese suchten händeringend nach neuen Absatzmöglichkeiten und erhöhten laut dem Weininstitut die Ausfuhren nach Skandinavien, Polen und China. Insgesamt stieg die Exportmenge um 1 Prozent auf rund 1,2 Millionen Hektoliter. Wegen sinkender Durchschnittspreise sank der Umsatz der Exporteure aber um 2 Prozent auf 377 Millionen Euro. Etwa 14 Prozent der deutschen Weinproduktion gehen in den Export.
Bauernverband spricht von historischer Krise
Deutsche Winzer stehen unter Druck. Steigende Kosten und eine sinkende Nachfrage machen ihnen zu schaffen. Der Deutsche Bauernverband sprach mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Winzer von einer „historischen Krise“, wie das Weininstitut mitteilte. In Deutschland sank der Pro-Kopf-Konsum im vergangenen Jahr um 0,7 Liter auf 21,5 Liter. Im Schnitt trank jeder Mensch ab 16 Jahren also etwa eine Flasche weniger.
Das liegt den Angaben zufolge auch an einem höheren Gesundheitsbewusstsein. Bei der Weinmesse Prowein werben viele Winzer mit leichten Weinen, die relativ wenig Alkohol haben.