Süßwarenindustrie Mars investiert eine Milliarde Euro in EU-Geschäft

Der US-Süßwarenhersteller Mars will bis Ende 2026 eine Milliarde Euro in sein EU-Geschäft investieren. Das Geld fließt in Modernisierung, Nachhaltigkeit und Innovation. In Polen soll die Kapazität einer Schokoladenfabrik um 63 Prozent steigen.

Donnerstag, 18. September 2025, 13:31 Uhr
Manuel Glasfort
In seinem Werk in Viersen stellt Mars unter anderem Riegel der Marke Balisto her. Bildquelle: Manuel Glasfort

Der Süßwarenhersteller Mars will bis Ende 2026 eine Milliarde Euro in sein Geschäft innerhalb der Europäischen Union investieren. Das Geld soll in die Modernisierung der Produktion, Nachhaltigkeit und Innovation fließen, teilte das Unternehmen mit. Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt in Polen. Dort will Mars zwischen 2023 und 2027 rund 250 Millionen Euro in seine Schokoladenfabrik in Janaszówek stecken. Die Kapazität des Standorts soll den Angaben zufolge um 63 Prozent steigen.

In Deutschland stellt Mars in seinem Werk in Viersen am Niederrhein Snacks her, unter anderem Balisto. Dort investiert Mars zwischen 2022 und 2026 nach eigenen Angaben rund 60 Millionen Euro. Mit dem Geld will das Unternehmen bis Ende 2026 die Produktionskapazität für den Schokoriegel Twix deutlich ausbauen, wie Mars auf Anfrage der „Lebensmittelpraxis“ mitteilte.

Zusätzliche Verpackungsstraßen am Standort Viersen

Das Unternehmen plant, die Produktion am Standort von 59.300 Tonnen im Jahr 2023 auf 70.000 Tonnen in den Jahren 2027/2028 zu steigern. Um die gestiegene Nachfrage nach Twix zu bedienen, hat Mars bereits eine zusätzliche Verpackungsstraße installiert. Diese ermöglicht eine Mehrproduktion von 35.000 Tonnen pro Jahr. Eine weitere Verpackungsstraße soll Ende 2026 in Betrieb gehen.

Für die Modernisierung und teilweise Automatisierung der Verpackung hat das Unternehmen 17 Millionen Euro bewilligt. Die Investition solle auch dazu dienen, die EU-Anforderungen an Verpackungen zu erfüllen. Weitere 20 Millionen Euro fließen in den bereits begonnenen Bau eines neuen Wareneingangs. Den Rest der Investitionssumme will Mars für den Austausch von Maschinen verwenden. 

Mars knüpft mit der Milliardeninvestition in Europa an die mehr als 1,5 Milliarden Euro an, die der Konzern nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren in die europäische Produktion gesteckt hat. Das Unternehmen betreibt 24 Werke in zehn EU-Ländern und beschäftigt dort 25.000 Mitarbeiter. 85 Prozent der in der EU verkauften Mars-Produkte stellt der Konzern nach eigenen Angaben in der EU her. 

Eine Viertelmilliarde Euro für Fabrik in Polen

„Wir denken langfristig, setzen auf Europa und möchten weiteres Wachstum fördern – zum Vorteil der Verbraucher und Verbraucherinnen sowie der Wirtschaft in den EU-Mitgliedsstaaten“, zitierte das Unternehmen seinen Finanzchef Claus Aagaard in der Mitteilung. 

Mars hat nach eigenen Angaben seine Treibhausgasemissionen seit 2015 um mehr als 16 Prozent reduziert, während das Geschäft um 69 Prozent gewachsen ist. Die Eiscreme-Fabrik im französischen Steinbourg, in der Mars Snickers-, Twix- und Bounty-Eisriegel herstellt, arbeitet den Angaben zufolge seit 2022 ausschließlich mit erneuerbaren Energien. Das Unternehmen will seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent im Vergleich zu 2015 reduzieren.