Die Bio-Branche in Europa will bis 2030 mindestens 25 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche und des Lebensmittelverbrauchs in der EU ökologisch gestalten. Dies geht aus einer Charta hervor, die der Organic Summit in Kopenhagen verabschiedete. An dem zweitägigen Treffen nahmen über 450 Experten aus 40 Ländern teil. Das teilte die federführende Organisation Organic Denmark mit. Sie ist der wichtigste Verband für die Bio-Branche in Dänemark.
Prehn: Wir brauchen klaren Kurswechsel
Die Charta fordert gezielte politische und finanzielle Unterstützung für Landwirte, die auf Bio-Anbau umstellen wollen. Zudem sieht sie die Einführung eines Nachhaltigkeits-Benchmarks vor, das positive Umweltauswirkungen anerkennen soll. Das EU-Bio-Label, das verpflichtend für alle in der EU hergestellten und vorverpackten Bio-Lebensmittel ist, soll ausgeweitet werden. Insgesamt müssten ökologische Systeme und Methoden weiterentwickelt werden, heißt es in der Charta. Stabile Wertschöpfungsketten seien erforderlich ebenso wie Maßnahmen, die die Nachfrage in Handel, Gastronomie und öffentlichen Einrichtungen stärkten.
„Wir brauchen einen klaren Kurswechsel, wenn wir das Ziel von 25 Prozent Bio bis 2030 erreichen wollen“, erklärte Rasmus Prehn, Geschäftsführer von Organic Denmark. Die Charta liefere eine gemeinsame Sprache für den Bio-Sektor und konkrete Lösungsansätze.
Finanzminister: Öko-Landbau zentraler Baustein der grünen Wende
Kirsten Lund Jensen vom Dänischen Landwirtschaftsrat unterstrich die breite Unterstützung für die Initiative. Die Branche wolle gemeinsam den Markt für Bio-Produkte stärken und die Rolle des ökologischen Landbaus im nachhaltigen Wandel ausbauen. Es sei beeindruckend, wie viele Akteure aus ganz Europa sich hinter der Förderung des ökologischen Landbaus versammelt hätten.
Der dänische Finanzminister Nicolai Wammen nahm die Charta entgegen und bezeichnete das Ziel als „inspirierend und wichtig“. Der ökologische Landbau sei ein zentraler Baustein der grünen Wende.
Zu den Veranstaltern des Organic Summit zählten neben Organic Denmark und dem Dänischen Landwirtschaftsrat auch die Königliche Bibliothek sowie IFOAM Organics Europe, die europäische Dachorganisation für den ökologischen Landbau und die Bio-Lebensmittelbranche mit 200 Organisationen aus 34 Ländern als Mitgliedern.