Großbritannien Marks & Spencer verzeichnet Umsatzrückgang nach Cyberangriff

Die Lebensmittelsparte des britischen Einzelhändlers Marks & Spencer wächst deutlich langsamer als zuletzt. Das geht aus aktuellen Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen IQ hervor.

Mittwoch, 23. Juli 2025, 15:01 Uhr
Lebensmittel Praxis
Nach einem Cyberangriff im April musste Marks & Spencer IT-Systeme abschalten. Die Umsätze in der Lebensmittelsparte wuchsen daraufhin deutlich langsamer. Bildquelle: Getty Images

Laut einer Erhebung von Nielsen IQ stiegen die Lebensmittelumsätze von M&S in den zwölf Wochen bis zum 12. Juli nur noch um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte das Unternehmen Wachstumsraten von 9,1 und 10,8 Prozent erzielt.

Die Schwächephase wird unter anderem auf eine Cyberattacke im April zurückgeführt. Infolge des Angriffs nahm M&S verschiedene IT-Systeme offline und setzte Onlinebestellungen im Bekleidungssegment für 46 Tage aus. Auch im Lebensmittelsegment kam es laut Unternehmen zu Lieferengpässen, gestiegener Warenvernichtung und höheren Logistikkosten. Der finanzielle Schaden beläuft sich nach Angaben von M&S auf rund 300 Millionen Pfund (etwa 346,2 Mio. Euro). Zwar wurde das Onlineangebot für Mode am 10. Juni wieder freigeschaltet, der Click-&-Collect-Service bleibt allerdings weiterhin ausgesetzt.

Umsatztreiber Sommer und Sport

Während M&S mit den Folgen des Angriffs kämpft, verzeichneten andere Marktteilnehmer stabile Zuwächse. Nielsen IQ berichtet, dass die Umsätze an britischen Supermarktkassen in den vier Wochen bis zum 12. Juli um 5,8 Prozent gestiegen sind. Gründe seien unter anderem sportliche Großereignisse, sommerliche Temperaturen und gezieltere Impulskäufe gewesen. Verbraucher kauften insgesamt weniger pro Einkauf, suchten laut der Analyse aber häufiger nach Sonderangeboten. Die Zahl der Einkaufsbesuche nahm um 5,6 Prozent zu. 23 Prozent der Verkäufe erfolgten im Rahmen von Rabattaktionen.