Der bisherige Nestlé-Verwaltungsratschef Paul Bulcke hat unlängst seinen Rückzug verkündet. Er wolle sich auf der Generalversammlung im April 2026 nicht erneut zur Wahl stellen.
Laut Nachrichtenagentur Reuters sehen Beobachter darin eine Reaktion auf wachsenden Druck von Investoren, die Bulckes Nähe zum früheren CEO Ulf Mark Schneider kritisch bewerteten. Schneider war bereits im August durch den Nestlé-Veteranen Laurent Freixe ersetzt worden, der seither die strategische Neuausrichtung des Konzerns vorantreibt. Die Personalentscheidung signalisiert eine weitere Distanzierung von der bisherigen Konzernführung. Investoren äußerten laut Bericht Zweifel an der bisherigen Unternehmensstrategie und forderten neue Impulse für Wachstum und Rentabilität.
Bereits im Vorjahr hatte es Spannungen zwischen Nestlé und Teilen der Aktionäre gegeben. Eine von der NGO Share Action unterstützte Initiative forderte unter anderem, den Schokoladenanteil im Sortiment zu verringern, fand jedoch nur bei einer Minderheit Zustimmung.
Auch operativ steht das Unternehmen unter Druck. Im Februar meldete Nestlé rückläufige Ergebnisse bei Umsatz und Gewinn und verwies auf ein schwaches Konsumklima und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.