Schweiz Nestlé-Investoren weinen Paul Bulcke nicht hinterher

Der angekündigte Rückzug von Paul Bulcke (Foto) von der Spitze des Nestlé-Verwaltungsrates steht offenbar im Zusammenhang mit wachsendem Frust der Investoren. Unzufriedenheit der Anleger über die Aktienkursentwicklung des Schweizer Konzerns und dessen Geschäftsmodell sollen eine Rolle gespielt haben.

Dienstag, 08. Juli 2025, 14:19 Uhr
Lebensmittel Praxis
Paul Bulcke sitzt im Anzug an einem Tisch
Paul Bulckes Abschied von der Spitze des Nestlé-Verwaltungsrates wird zunehmend mit Investorenunmut in Verbindung gebracht. Bildquelle: Nestlé

Der bisherige Nestlé-Verwaltungsratschef Paul Bulcke hat unlängst seinen Rückzug verkündet. Er wolle sich auf der Generalversammlung im April 2026 nicht erneut zur Wahl stellen.

Laut Nachrichtenagentur Reuters sehen Beobachter darin eine Reaktion auf wachsenden Druck von Investoren, die Bulckes Nähe zum früheren CEO Ulf Mark Schneider kritisch bewerteten. Schneider war bereits im August durch den Nestlé-Veteranen Laurent Freixe ersetzt worden, der seither die strategische Neuausrichtung des Konzerns vorantreibt. Die Personalentscheidung signalisiert eine weitere Distanzierung von der bisherigen Konzernführung. Investoren äußerten laut Bericht Zweifel an der bisherigen Unternehmensstrategie und forderten neue Impulse für Wachstum und Rentabilität.

Bereits im Vorjahr hatte es Spannungen zwischen Nestlé und Teilen der Aktionäre gegeben. Eine von der NGO Share Action unterstützte Initiative forderte unter anderem, den Schokoladenanteil im Sortiment zu verringern, fand jedoch nur bei einer Minderheit Zustimmung.

Auch operativ steht das Unternehmen unter Druck. Im Februar meldete Nestlé rückläufige Ergebnisse bei Umsatz und Gewinn und verwies auf ein schwaches Konsumklima und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.