Der Mischkonzern Baywa verkauft seine niederländische Tochter Cefetra an die Firmengruppe First Dutch. Mit dem Verkauf will das Unternehmen seine Milliardenschulden reduzieren, wie die Baywa mitteilte. Cefetra liefert Agrarrohstoffe für die Futtermittelherstellung und ist im Getreidehandel aktiv. Den Angaben zufolge soll der Verkauf im dritten Quartal abgeschlossen werden.
Verkaufspreis beträgt 125 Millionen Euro
Der Verkaufspreis beträgt 125 Millionen Euro. Die Kreditlast des Münchner Agrar-, Bau- und Energiekonzerns soll sich durch die Transaktion um insgesamt 650 Millionen Euro verringern.
Der größte Teil der Schuldenreduzierung ergibt sich daraus, dass die Cefetra selbst Kredite in Höhe von 500 Millionen Euro in den Büchern hat. Diese Verbindlichkeiten fallen mit dem Verkauf aus der Baywa-Bilanz heraus.
Die Baywa war im Sommer 2024 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Stark gestiegene Zinszahlungen für Kredite bei gleichzeitigen Verlusten im operativen Geschäft hatten die Probleme ausgelöst. Die lang- und kurzfristigen Finanzschulden des Unternehmens summierten sich auf mehr als fünf Milliarden Euro.
Baywa plant Verkauf weiterer Auslandsbeteiligungen
Die Sanierung des Konzerns soll bis Ende 2028 dauern. Ein wesentlicher Bestandteil des Plans ist der Verkauf ausländischer Töchter und Beteiligungen. Das Unternehmen will auch seinen Anteil an dem österreichischen Unternehmen RWA verkaufen. Beide Verkäufe zusammen sollen die Schuldenlast nach Angaben der Baywa um 1,1 Milliarden Euro reduzieren.
Die Baywa hatte Cefetra im Jahr 2012 für 125 Millionen Euro übernommen. Mit der Übernahme wollte der damalige Konzernchef Klaus Josef Lutz die Baywa zu einem globalen Akteur im Agrarhandel entwickeln. Nach Abschluss der geplanten Sanierung wird die Baywa wieder ein weitgehend auf Deutschland beschränktes Unternehmen sein.