Zahlungsverhalten Debitkarte verdrängt Bargeld in Europa

Die Debitkarte ist zum beliebtesten Zahlungsmittel in Europa aufgestiegen. 40 Prozent der Verbraucher zahlen am liebsten mit Girokarte oder anderen Debitkarten, während nur noch 23 Prozent Bargeld bevorzugen. In Deutschland nutzen allerdings noch 35 Prozent der Menschen am liebsten Scheine und Münzen.

Mittwoch, 21. Mai 2025, 10:13 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Scheine, Münzen, Kreditkarte oder Bezahl-App? Verbraucher haben an der Kasse die Wahl – doch eine Zahlungsmethode setzt sich zunehmend durch. Bildquelle: Getty Images

Die Debitkarte hat das Bargeld als beliebtestes Zahlungsmittel in Europa abgelöst. 40 Prozent der Verbraucher zahlen am liebsten mit einer Debitkarte wie der Girocard oder einer Debitkarte von Visa oder Mastercard, während nur noch 23 Prozent Scheine und Münzen bevorzugen, wie eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens Strategy& ergab.

Die Entwicklung markiert eine deutliche Trendwende: Im Jahr 2022 hatten europaweit noch 37 Prozent der Befragten Bargeld gegenüber der Debitkarte (30 Prozent) favorisiert. Besonders stark ging die Bargeldnutzung in Deutschland zurück. Bevorzugten 2022 noch mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher Scheine und Münzen, sind es aktuell nur noch 35 Prozent. Damit liegt Deutschland aber weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Auch die Kreditkarte gewinnt an Bedeutung. 22 Prozent der Befragten nutzen diese Zahlungsform am liebsten – ein Anstieg um 5 Prozentpunkte gegenüber 2022. Bezahl-Apps spielen dagegen bislang eine untergeordnete Rolle. Nur 14 Prozent der Verbraucher bevorzugen diese Zahlungsmethode, wie die Umfrage zeigt. Die Berater erwarten jedoch eine Zunahme der App-Nutzung.

Das Bargeld wird nach Einschätzung von Strategy& nicht vollständig verschwinden. Die Berater prognostizieren, dass Barzahlungen auch künftig einen Anteil von 10 bis 20 Prozent unter den verschiedenen Zahlungsmethoden ausmachen werden. Das Meinungsforschungsinstitut Appinio befragte für die Studie im Dezember insgesamt 5.500 Personen aus elf europäischen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.