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Österreich Der Gipfel ist noch nicht erreicht

Elke Häberle | 26. Februar 2015

Österreichische Lebensmittel stehen bei den deutschen Verbrauchern weiterhin hoch im Kurs. Die Alleinstellungsmerkmale der AMA-Siegel werden noch stärker kommuniziert.

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Wenn es um Lebensmittel aus der Alpenregion geht, stimmt das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Österreich und Deutschland. Der Boom österreichischer Lebensmittel im deutschen Handel ist seit Jahren ungebrochen. Auch im abgelaufenen Jahr 2014 haben sich die Lebensmittel-Exporte nach Deutschland erneut erhöht und zwar um 3,3 Prozent auf insgesamt 3,4 Mrd. Euro gegenüber Vorjahr. Seit dem Eintritt Österreichs in die EU in 1995 und dem damit verbundenen Start als Exportnation gab es kein einziges Jahr, in dem dieses Wachstum stockte. Eine zweifellos beispiellose, 20-jährige Erfolgsgeschichte: „Österreich hat sich als Agrar-Exportnation fest etabliert. Unsere Lebensmittelwirtschaft steht weltweit für Natürlichkeit und Genuss mit langer Tradition. Zusätzlich zeichnet sich das heimische Angebot durch hervorragende Qualitäten aus und unterliegen strengen Kontrollen. Das schafft Vertrauen bei den Konsumenten und den Marktpartnern“, begründet Michael Blass, Geschäftsführer der Agrar Marketing Austria (AMA), den Erfolg. „Und unsere Produzenten stehen für traditionelle Rezepturen sowie für eine Verarbeitung in kleinstrukturierten Betrieben.“

Zur Beliebtheit rot-weiß-roter Lebensmittel kommt in Deutschland selbstredend noch die Nähe zum Nachbarland hinzu. Deutsche Verbraucher verbinden Österreich mit Urlaub, Freizeit und Gastlichkeit. Manager Blass: „Viele machen hier Urlaub und wollen sich mit einem guten Lebensmittel zu Hause ein bisschen Urlaubserinnerung erhalten.“

Nicht zuletzt ist Österreich das Bioland Nummer 1 in Europa und profitiert in von Lebensmittelskandalen geprägten Zeiten von seinem exzellenten Image in puncto Natürlichkeit und Umwelt. Es ist kein Geheimnis, dass die als preisbewusst geltenden deutschen Konsumenten in den vergangenen Jahren verstärkt auf eine bewusste Ernährung achten und sich auch etwas Besonderes gönnen wollen. „Genau hier setzt das Angebot der österreichischen Lebensmittel-Produzenten an“, so Blass.

Diese Vielzahl an Faktoren hat dazu geführt, dass Deutschland in den zurückliegenden Jahren der mit Abstand wichtigste Handelspartner Österreichs geworden ist. Rund ein Drittel der agrarischen Exporte fließen zu uns. Auf Rang zwei folgt Italien – allerdings summieren sich Waren hier auf „nur“ knapp 1,3 Mrd. Euro.

Liebling im deutschen Einkaufswagen ist österreichischer Käse. Knapp 58.000 t im Wert von 289 Mrd. Euro kamen vergangenes Jahr in die deutschen Bedien- und SB-Theken. Den österreichischen Käsereien spülte dies ein Umsatzplus von 14 Prozent in die Kassen. AMA-Manager Blass: „Die deutschen Nachbarn haben sich zu wahren Käsetigern entwickelt und liegen im europäischen Verbrauchs-Ranking mit 24 kg pro Kopf und Jahr an zweiter Stelle hinter Frankreich.“ Dass Österreichs Käsereien auf diesen wichtigen Markt setzen, erscheint auch aufgrund der Preisentwicklung sinnvoll. Mit 4,80 Euro pro Kilo exportiertem Käse liegt Deutschland laut Blass in einem attraktiven Preiskorridor. Ebenfalls beachtlich: Obwohl Österreich in Sachen Käseproduktion mit insgesamt 164.000 t EU-weit gesehen zu den Kleineren zählt, nehmen rot-weiß-rote Käse 5,5 Prozent im deutschen Handel ein.

Auf Rang zwei der Export-Hitliste stehen Fleischerzeugnisse wie Wurst, Schinken und Speck mit einer Menge von 60.354 t und einem Wert von 270 Mio. Euro.Seit Jahren extrem positiv entwickelt sich der Export von Rindfleisch in Richtung Deutschland (2014: 38.000 t im Wert von 143 Mio. Euro). Auf Rang vier landet frisches und zubereitetes Obst und Gemüse. Diese Sparte legte 2014 um weitere 5 Prozent auf knapp 107 Mio. Euro zu und auf sie entfällt damit inzwischen rund ein Viertel der Deutschland-Exporte.