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Edeka Schmidts Markt XL Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Friederike Stahmann | 17. Januar 2020

Die Kleinstadt Bad Säckingen, ganz im Süden, unweit der Schweizer Grenze hat seit 2018 eine Attraktion mehr: Neben dem Turm des Münsters, gibt es nun auch einen Käseturm zu besichtigen. Für Food-Liebhaber sicher Grund genug, um nach Bad Säckingen zu pilgern. Der XL-Markt der Familie Schmidt hat aber noch weit mehr zu bieten.

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Mit dem Namen „Schmidt“ assoziiert man Einheitsbrei, Durchschnitt, Eintönigkeit, Anonymität. Dem zweithäufigsten Nachnamen in Deutschland fehlt es an Exklusivität. Kein Wunder, wenn eine halbe Million Menschen so heißt. Es gibt sie aber, die Leuchtturmmenschen unter den Schmidts. Nicht nur unter den Bundeskanzlern. So sorgt die Edeka-Kaufmannsfamilie Schmidt mit Seniorchef Michael, Sohn Martin und Tochter Claudia für Furore unter den Lebensmittelhändlern. Sie definieren mit ihrem 2018 eröffneten Flaggschiffmarkt im äußersten südlichen Zipfel der deutschen Republik, in Bad Säckingen, die Themen Frische, Regionalität, Eigenproduktion und Gastro neu und spannend. Mit Erfolg. Für die Mall direkt an der Schweizer Grenze gab´s inzwischen schon zahlreiche Auszeichnungen.

Eine Dekade Projektzeit
Man freut sich über die Anerkennungen, ist selber aber eher bescheiden, zurückhaltend. Kein Wunder. Seniorchef Michael Schmidt ist Schwarzwälder – genauer gesagt – Hotzenwälder. Ein Gebiet im südlichen Südschwarzwald, in dem ein Menschenschlag lebt, der wortkarg ist, ohne freilich unfreundlich zu sein. Man entwickelt, handelt, macht – ohne großes Aufhebens. Und: man hat einen langen Atem. Die Kaufleute konnten nämlich erst nach zehnjähriger Projektzeit ihren jüngsten Markt eröffnen. Bürokratische und lokalpolitische Monster lauerten im Vorfeld an allen Ecken. „Genug Zeit, um etwas Gescheites zu machen“, kann Michael Schmidt der langen Projektphase sogar noch etwas Gutes abgewinnen.

Was dabei herauskam? Außen- und Innenarchitektur sind nicht von der Stange. Große Glasfronten erlauben Blicke in und aus (der Südschwarzwald ist hier ein echter Hingucker) dem Markt. Ansonsten wirkt das Gebäude durch seine Backsteinfassade unaufdringlich bodenständig. Der Eingang ist mittig platziert. Großzügige Parkplätze und breite, extra ausgewiesene Gehwege für Fußgänger und Kunden mit Einkaufswagen schaffen ein gefahrenloses Miteinander auf dem Außengelände. Im rechten Winkel zum Hauptgebäude – baulich eine Einheit – befinden sich die Discountern Aldi und Lidl sowie ein Zoofachmarkt. Konkurrenz? Michael Schmidt lacht: „Nein, es braucht diese Mischung“. Denn, so die Erfahrung, es gäbe doch kaum einen Kunden, der ausschließlich in seinem Markt oder ausschließlich nebenan beim Discounter kaufen würde.

Markthallencharakter
Schmidt´s XL Markt punktet innen mit Markthallencharakter. Die 7,50 Meter hohe Decke vermittelt ein Gefühl von Weite und Großzügigkeit. Breite Gänge, akzentuiertes Licht, Steinfliesen und Elemente in Holzoptik an Regalen und Theken verbinden sich zu einem angenehm warmen Gesamteindruck. An den Wänden gliedern Setzkästen und Mehlsäcke als dekorative Elemente die Flächen. Leuchten aus originellen Materialien wie Weinkisten oder Bierfässern sowie Wandmalereien unterstreichen den individuellen Charakter der Mall. Wandschilder in Handschriftmanier mit Aufschriften wie „Genuss“, „Durst“, „Fisch“ oder „Regional“ zeigen auf sympathische Art, wo was zu finden ist. Schon beim Betreten des Marktes fällt der meterhohe, gläserne Lagerturm für Käse ins Auge. Bestückt mit ganzen Käserädern und einem eigenen Aufzug (nur fürs Personal). „Die junge Innenarchitektin des Ladenbauers hat unsere Intention des Marktes wirklich sehr gut umgesetzt!“, lobt der Seniorchef.

Die gesamte Verkaufsfläche des Marktes gliedert sich in 3.000 Quadratmeter im Parterre für Lebensmittel und Imbissmöglichkeiten sowie weiteren 600 Quadratmeter im Obergeschoss für die Gastronomie und die Produktion der hauseigenen Gerichte.

Und da sind wir schon beim Thema. Die Kaufleute Schmidt haben sich in Bad Säckingen den verschiedensten Facetten des Außerhausverzehrs gewidmet. Das Thema zieht sich durch den ganzen Markt. Schon am Anfang wird der Kunde von der Imbisstheke „Hausküche“ empfangen. Der Name ist Programm, denn hier gibt es fast ausschließlich Gerichte aus eigener Herstellung. Insgesamt 150 Artikel. Leberknödel mit Sauerkraut, Hühnerfrikassee mit Reis, Braten im Brötchen oder einen Weiderindburger. Die lange Theke bietet zudem frisch zubereitete Salate und Desserts. Alle Gerichte können Take-Away mitgenommen oder alternativ auch auf der Empore im Obergeschoss direkt verzehrt werden. Gekocht wird in der Produktionsküche, direkt im Markt. Mit dem Anspruch: frisch wie hausgemacht, mit frischen Zutaten, ohne Geschmacksverstärker, ohne Starallüren, aber von höchster Qualität. Wer interessiert ist, kann den Köchen im Obergeschoss durch Glasscheiben auf die Finger schauen. Gläserne Produktion – im wahrsten Sinne des Begriffes.
Gegenüber der Imbisstheke lädt die in Eigenregie betriebene Bäckerei & Konditorei zum Verweilen ein: bei Kaffee, Kuchen und kleinen Bistroangeboten, wie Pizzastücken. Sitzmöglichkeiten inklusive. 2020 soll zusätzlich hier ein Pizzastand eröffnet werden. Sowohl Bäckerei als auch Imbiss verfügen über einen eigenen Check-out. Die frisch zubereiteten asiatische Reisröllchen mitten im Markt, – Eat happy ist Mieter in der Mall – werden am Ende des Kundenlaufes bezahlt und werden vor allem abends stark frequentiert.

Region ist Trumpf
Die Hälfte der 3.000 Quadratmeter Verkaufsfläche des XL Marktes reservieren die Kaufleute für das Thema Frische. „Denn genau das ist es, was uns von den Discountern nebenan unterscheidet“, weiß Schmidt. 36 Meter messen die Bedientheken für Fisch, Fleisch, Wurst und Käse. Dazu kommt die großzügig geschnittene O+G-Abteilung. Darin: wenig bis gar nichts von der Stange, ein hochwertiges Sortiment – wenn möglich aus der Region.

Man überzeugt mit einem breiten und tiefen Sortiment, das so nicht überall zu haben ist. Die Ehrlichkeit und Verbundenheit der Familie Schmidt mit der Region geht soweit, dass sie ein eigenes Label ins Leben gerufen haben. Kunden finden unter „total regional“ Waren aus einem Umkreis von maximal 60 Kilometern. Ein externer Auditor überwacht die Einhaltung. Wer dazugehört, können Besucher an einem roten Schilderbaum markant am Markteingang platziert, auf einen Blick ablesen (Name, Produkt, Ort mit Kilometerangabe).

Und weil Michael Schmidt seine Lieferanten persönlich kennt, fällt es ihm leicht, zu jedem Erzeuger eine Geschichte zu erzählen. Aus der 14 Kilometer entfernten Birlin-Mühle in Rheinfelden kommen Mehle und Müslis. Eine Bio-Gemüsegärtnerei aus Dogern liefert Grünkohl und Wurzelgemüse. In der Moproabteilung steht Trinkfrischmilch, die am Abend zuvor vom Schwiegersohn und der Tochter selbst gemolken wurden. Wer will kann zu Eiern aus einem regionalen Bruder-Hahn-Projekt greifen.

Wozu in die Ferne schweifen?
In der SB-Brot- und Backwarenabteilung steht eine Cabriotheke mit Kuchenstücken in Prepack. Die Schwarzwälder Kirschtorte von Renommeekonditor aus Freiburg fehlt natürlich nicht. In der Fleischtheke liegt – bis auf Spezialitäten aus dem Ausland – Rindfleisch ausschließlich in Bioqualität einer Erzeugergemeinschaft aus dem Schwarzwald, zu deren Gründungsmitgliedern der Seniorchef zählt. Da die beteiligten Landwirte nur ganze Tiere verkaufen, ist Kreativität bei der Ganztierverwertung gefragt. Was nicht über die Bedientheke geht, veredeln die Köche in der Produktionsküche zu Suppen, Burgerpads, Gulasch oder Bolognese. Zu haben: im Gastrobereich, dem Imbiss oder als Hausküchen-Produkte im Weckglas (übrigens auch aus regionaler Herkunft), die an den Gondelköpfen wertig platziert sind. Klare Intention der Händlerfamilie: kurze Wege, hohe Qualität, Frische, Unterstützung von Familienbetrieben und die Stärkung der regionalen Finanzkraft.

Die Rechnung geht auf: die Kunden wissen das hochwertige Sortiment zu schätzen und lassen im Durchschnitt knapp 33 Euro in der Mall. Ein Betrag der nicht zuletzt dem großen Schweizer Kundenanteil geschuldet ist. Hilfsbereite Mitarbeiter sind gefühlt in jeder Abteilung mit Kunden im Gespräch. Insgesamt 120 Mitarbeiter aus 40 Nationen – von Osteuropa bis Nigeria- sind in der Mall beschäftigt. Darunter auch Flüchtlinge. Mehrere Behinderte, die über die naheliegende Diakoniestation betreut werden, arbeiten in der Spülküche.

Auf dem Bestehenden ruhen die Schmidts sich aber nicht aus. Derzeit wird eine E-Doppel-Ladestation in Betrieb genommen. Im kommenden Jahr soll das begrünte Dach noch eine Solaranlage bekommen. Das Unverpackt-Sortiment soll erweitert werden.

Fakten im Fokus

3.600 qm Verkaufsfläche mit Gastrobereich
120 Mitarbeiter im Markt, 25 im Gastrobereich
38.000 gelistete Artikel
32,85 Euro Durchschnittsbon im Markt, 13 Euro im Gastrobereich
von montags bis samstags: 7.30 - 21 Uhr

 

Schnell gelesen
Edeka Schmidts Markt XL, Tullastraße 12, 79713 Bad Säckingen

  • Nach zehn Jahren Projektplanung und einem Jahr Bauzeit wurde der Markt in Bad Säckingen im Januar 2018 eröffnet.
  • Er ist der 14. Markt der Schwarzwälder Händlerfamilie Schmidt
  • 1.500 Quadratmeter Fläche sind für Frische reserviert
  • Das eigene Regionallabel "total regional" wird von einem regionalen Auditor überwacht
  • Die Ganztierverwertung bringt einen hohen Anteil an Eigenprodukten im Weckglas, in der Gastronomie und beim Sofortverzehr mit sich
  • Gastrobereich fasst 265 Sitzplätze im Obergeschoss
  • Der gläserne, meterhohe Käseturm ist der Wow-Effekt der Mall