Ist die Lebensmittelwirtschaft ein Frühindikator der wirtschaftlichen Lage?
Ja. Dass viele Menschen anfangen, bei Nahrungsmitteln zu sparen, ist ein besorgniserregendes Zeichen. Wir werden uns noch einige Jahre auf eine Konsolidierung einstellen müssen. Politik und Unternehmen müssen die Weichen stellen, um Produktivität, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken.
Wo stehen wir momentan?
Die Politik greift zu häufig mit Subventionen sowie Regulierung in die Märkte ein. Die Regulierung muss dringend abgebaut werden. Die hohen Energiepreise werden für zehn Jahre bleiben.
Wie sehen Sie die Gründung von CEO-Allianzen in Deutschland?
Bessere Rahmenbedingungen bei Infrastruktur, Regulierung und Fachkräften sind essenziell, auch für die Lebensmittelbranche. Die Politik muss fairen Wettbewerb sicherstellen und sollte der Transformation nicht im Wege stehen.
Warum ist jetzt „Zeit für Mut“?
Wir Deutschen neigen häufig zu Übertreibungen und befinden uns derzeit in einer mentalen Depression, was die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit betrifft. Wir stehen vor gigantischen Herausforderungen und einer großen Transformation. Gleichzeitig haben wir in den letzten 80 Jahren immer wieder große Krisen und Herausforderungen erfolgreich bewältigt. Wir haben Probleme, aber wir haben auch große Stärken, die wir wieder mobilisieren müssen. Jede Branche, auch die Ernährungsbranche, muss sich hinterfragen und beantworten, wo ihre Stärken liegen und wie sie diese aktivieren kann.