Vion Division Ingredients verkauft

LEBENSMITTEL PRAXIS | 08. Oktober 2013

Der niederländische Fleischkonzern Vion hat seine Ingredients-Sparte für rd. 1,6 Mrd. Euro an den texanischen Konzern Darling International, Irving, verkauft. Das börsennotierte Unternehmen (120 Standorte, ca. 3.400 Mitarbeiter) recycelt die bei der Verarbeitung von Rind- und Schweinefleisch sowie Geflügel entstehenden Restströme und entwickelt sie zu Ingredienzen wie Fetten, Häuten, Fleisch-, Knochen- und Geflügelmehl.

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Außerdem holt das Unternehmen gebrauchtes Frittieröl und Restprodukte von Bäckereibetrieben ab und verarbeitet sie zu Produkten für die Futtermittel- und Brennstoff-Industrie. Vion Ingredients (ca. 5.700 Mitarbeiter) ist mit 58 Unternehmen in Europa und weltweit in der Entwicklung, Verarbeitung und dem Verkauf von Produkten wie Gelatine, Eiweiße und Fette tätig. Die Kunden stammen aus der Pharma-, Kosmetik-, Food-, Feed-, Energie- und Technik-Branche.

„In Darling International haben wir einen hervorragenden und passenden Partner gefunden. Wir können viel voneinander lernen. Durch diesen Zusammenschluss entsteht ein starkes Unternehmen", so Dirk Kloosterboer, CEO Ingredients. Er scheidet bei Verkaufsabschluss aus dem Vion-Vorstand aus und wird als Mitglied für den Board of Directors von Darling vorgeschlagen. Vion erwartet kurzfristig die Bestellung eines neuen CEO Food.

Ziel der Holländer ist die vollständige Trennung von Food (12.650 Mitarbeiter) und Ingredients. Die Transaktion wird voraussichtlich im Januar 2014 abgeschlossen. Laut Vion trägt der Verkauf von Ingredients zu einer gesicherten Finanzierung von Food bei. Dort sollen in den nächsten Jahren mehrere hundert Mio. Euro investiert werden. Der Ertrag aus dem geplanten Verkauf von Ingredients diene der Bedienung von Verbindlichkeiten der Vion Holding N.V. und der Stärkung des Eigenkapitals. Das Bilanz-Ergebnis 2012 betrug durch Wertminderungen (ehemalige Aktivitäten in Großbritannien, Abschreibungen, Umstrukturierungskosten) minus 830 Mio. Euro. 2011 lag es bei plus 14 Mio. Euro. Das Eigenkapital war 2012 auf etwa minus 100 Mio. Euro gesunken. Durch den Verkauf von Ingredients läge es wieder bei ca. 400 Mio. Euro.