Müller-Brot Neuer Inhaber ist der alte

Lebensmittel Praxis | 30. März 2012

Zurück auf Anfang: Der frühere Eigentümer Klaus Ostendorf kauft die insolvente Großbäckerei Müller-Brot zurück. Dafür gab der Gläubigerausschuss grünes Licht. Etwa 700 Mitarbeiter werden gehen müssen, lediglich 400 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

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Die von Kündigung betroffenen Beschäftigten würden umgehend freigestellt, so der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl. Er habe bereits Gespräche mit dem Betriebsrat für einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Neben dem Firmengelände in Neufahrn bei Freising übernimmt Ostendorf auch 151 der 230 Filialen. Der alte und neue Mehrheitseigner wolle schnellstmöglich eine Produktionsgenehmigung bekommen, erläuterte Ampferl.

Der Neustart solle bereits zum 1. April erfolgen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Zu der Investorengruppe um Multimillionär Ostendorf gehört auch der frühere Müller-Brot-Geschäftsführer Stefan Huhn. Beide übernehmen auch die Marken-, Lizenz- und Patentrechte von Müller-Brot.

„Der Verkauf ist vor dem Hintergrund der Ausgangssituation ein Erfolg für alle, für die Gläubiger ebenso wie für die Mitarbeiter", sagte Ampferl laut Mitteilung bei einer Betriebsversammlung. „Schließlich hatte zuletzt kaum noch jemand daran geglaubt, dass eine Rettung möglich wäre." Er freue sich, „dass es gelungen ist, einige hundert Arbeitsplätze und das Unternehmen zu erhalten".

Müller-Brot kämpft seit Jahren mit massiven Hygieneproblemen. Ende Januar stoppten die Aufsichtsbehörden die Produktion in der Backfabrik in Neufahrn. Vor eineinhalb Wochen verlängerte das Landratsamt Freising den Produktionsstopp erneut.

Etwa 400 Beschäftigte hatten gestern für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze in München demonstriert. Auf Plakaten hatten sie ihrem Unmut über Ostendorf Ausdruck verliehen.

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